Wir über uns

 

Wi spelen in't Fröhjohr 1971:

"Opa warrt verköfft"

 

Höögspill in dree Törns

vun Franz Streicher

Speelbaas: Rudi Schröder

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 2. Aprilmaand 1971

Sünnavend, 3. Aprilmaand 1971

Sünndag, 4. Aprilmaand 1971

Maandag, 5. Aprilmaand 1971

Dingsdag, 6. Aprilmaand 1971

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Opa:

Erich Hübner

Hannes Kulenkamp, Buer:

Egbert Wieck

Schorsch, sien Söhn:

Hans Toepfer

Katrin, Deenstdeern:

Lisa Schröder

Peter Fiesebarg, Buer:

Heiner Tewes

Hanni, sien Fru:

Hilma Wieck

Eva, jüm ehr Dochter:

Silke Lorenzen

August, Knecht:

Günter Schramme

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Rudi Schröder

Sien Hülp:

Christel Tewes

Toseggersch:

Gertrud Felst

Hölpersch an de Siet:     

Herta Mutschink

Lüchtmoker:

Herbert Lettermann

Prüük un Visaasch:

Walter Brock

Kledaasch:

Karl-Heinz Hinkelmann

Bühnenbau:

Uwe Fischbeck,

 

Alfred Bergel

 

Lütt beten wat to dat Stück

Der Bauer Kulenkamp nennt einen heruntergewirtschafteten Hof sein Eigen. Sein alter Schwiegervaterlebt als notwendiges Übel mit auf dem Hof. Der Schwiegervater ist zu nutzbringender Arbeit nicht zu gebrauchen. Der Alte hat nur Flausen und Späße im Kopf, mit denen er den Leuten auf dem Hof das Leben schwer macht und die der Bauer Kulenkamp nur widerwillig hinnimmt. Jedoch hindert den Opa seine pfiffige Schläue nicht, sich verkaufen zu lassen, um damit seinem Schwiegersohn aus der Patsche zu helfen. Der großspurige Fiesebarg fällt auf diesen Handel herein, was diesem nur zu spät bewusst wird. Aber auch Großmäuler finden manchmal ihren Meister, und wenn es ein verkaufter Opa ist.

 

De Autor

Franz Streicher ist das Pseudonym des österreichischen Autors Anton Hamik, der 1887 in Wien geboren wurde. Er war zunächst an den Städtischen Bühnen in Graz als Schauspieler und Regisseur tätig. Später wechselte er zum Österreichischen Rundfunk und leitete u.a. die Hörspielabteilung im Landesstudio Graz. Er schrieb in dieser Zeit eine Reihe von Hörspielen, aber auch volkstümliche Bühnenstücke. Der Durchbruch gelang ihm 1925 in Graz mit seinem Bühnenstück "Der verkaufte Großvater". Binnen weniger Jahre wurde seine "bäuerliche Groteske" -  wie er sein Stück bezeichnete - von über 80 Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum gespielt. Die erste plattdeutsche Fassung von Richard Ohnsorg "Opa ward verköfft" wurde Anfang 1940 in Hamburg aufgeführt. Kurz darauf (1943) starb Anton Hamik in Graz. 1971 spielte die Volksspielbühne Rissen diesen Bühnenklassiker in der plattdeutschen Fassung. Vor fast 20 Jahren verkörperte in der Neufassung des Stückes von Ulf-Thomas Lesle erstmals eine ältere Dame die Titelfigur. Obwohl die groben Züge der ursprünglich männlichen Titelfigur geglättet und die Pointen neu gewichtet wurden, behielt auch "Oma ward verköfft" den alten Reiz der Urfassung des Stückes bei und hat sogar einen eigenen Charme hinzugewonnen. Vom aktuellen Ensemble spielten Hilma und Egbert Wieck bereits in der Inszenierung vor 32 Jahren mit: Egbert verkörperte den Bauern Hannes Kulenkamp und Hilma die Frau des Viehhändlers, Henni Fiesebarg.

 

Presse

3 : 0 für Rissen!
Vor einiger Zeit hatte ich es mir in meinem Sessel bequem gemacht, um mich von der Mattscheibe berieseln zu lassen. Ausgestrahlt wurde der Spielfilm „Der verkaufte Großvater". Nun, welches lustige Bühnenstück von Franz Streicher sich dahinter verbarg, dürfte wohl jedem klar sein. Eine Starbesetzung, an deren Spitze Hans Moser den Großvater verkörperte, hatte mich angelockt.
Vor einiger Zeit hatte ich es mir in einem Sessel bequem gemacht, der mir gar nicht gehörte. Er stand in der Aula der Schule am Iserbarg. Die VB Rissen brachte unter der Leitung von Rudi Schröder „Opa warrt verköfft", en Spill to'n Högen in dree Törns vun Franz Streicher.

Zur Erklärung des Endergebnisses von 3:0:
Das 1:0 resultierte aus einem Eigentor der Filmmacher. Dieses Stück gehört auf die Bühne.
Das 2:0 schossen die Rissener durch typengerechte Besetzung und gutes Spiel.

Für das 3:0 zeichnete die niederdeutsche Mundart verantwortlich. Erich Hübner hatte sich die Rolle des „Opas" zu seinem 70. Geburtstag gewünscht. Was dieser etwas „ältere Herr" an ausgefeiltem Spiel, Esprit und Sicherheit auf die Bühne bringt, ist erstaunlich. Nach seiner großartigen Darstellung in der Verbandsaufführung für mich allerdings nicht überraschend. Sein „Opa" war gekonnt!
Egbert Wieck (Hannes Kulenkamp), ein Vollblutkomödiant ersten Grades. Sein bewegliches Spiel, gutes Sprechen und seine köstliche Mimik, haben mir sehr gut gefallen. Bei einem etwas routinierteren Gegenspieler wäre die „Hutszene" ein Kabinettstück geworden. Diesen Spieler möchte ich einmal in einer Paraderolle sehen. Das gilt auch für Hilma Wieck (Hanni). Ihre Darstellung war fast makellos, fast, weil ich mir die Rolle etwas resoluter gewünscht hätte.
Heiner Tewes (Fiesebarg) und Lisa Schröder (Katrin) haben mir gut gefallen, ohne allerdings die Vorgenannten zu erreichen.
Von dem Rissener Nachwuchs überzeugte Silke Lorenzen (Eva) durch einfaches, natürliches Spiel. Etwas mehr Selbstbewußtsein könnte nicht schaden. Hans Toepfer (Schorsch), hat noch Schwierigkeiten mit dem Bewegungsspiel, sonst hat auch er überzeugt (bis auf die Kußszene).
Was in dieser Beziehung auf unseren Bühnen geboten wird, ist nicht immer sehenswert. Dabei ist Küssen auf „niederdeutsch" doch ganz einfach:
In die Arme reißen, fest an sich pressen, ordentlich einen aufdrücken, bis ihr die Luft wegbleibt. (Bei dieser Methode ist auch das Ausweichen einer spröden Partnerin unmöglich.) Letzteres galt nicht für die Rissener Aufführung.
Günter Schramme (August) als Debütant empfahl sich als Nachwuchsdarsteller des komischen Fachs. Als Bruder der Katrin war er unglaubwürdig. Durch eine entsprechende Maske hätte man ihm dieses Manko erspart, ich sah eine gute Aufführung, deren Stärke in der Ausgeglichenheit lag, und ein überraschend gut gelungenes Bühnenbild von Uwe Fischbeck und Alfred Bergel. Bis zum nächsten Mal. (Verbandskritiker Gerd Röhrig)

 

Erstmals zwei Bühnenbilder
[...] Trotz vieler organisatorischer Schwierigkeiten hat die Volksspielbühne Rissen eigens für den Dreiakter „Opa warrt verköfft" erstmalig zwei Bühnenbilder erstellt. [...]

(Norddeutsche Nachrichten)

 

Tränen gelacht
Rissen. Ein Riesenprogramm absolvierte die Volksspielbühne Rissen, indem sie sich gleich an fünf Abenden hintereinander mit dem heiteren Volksstück „Opa warrt verköfft", von Franz Streicher, ihrem Publikum vorstellte. Die Besucher haben Tränen gelacht in vielen Szenen dieses Schwankes, der in jeder Rolle ausgezeichnet besetzt war.
Für den 70jährigen Erich Hübner war der Opa eine Traumrolle. Und wäre Deutschlands bekannter „Opa vom Dienst", Henry Vahl, in der Aula der Schule am Iserbarg dabeigewesen, sicher hätte er in Erich Hübner einen brillanten Konkurrenten erlebt.
Überzeugend meisterte Egbert Wieck seine Rolle als Bauer Kulenkamp, der damit genügend zu tun hatte, laut Rollenbuch, den schon verkauften Opa wieder „einzufangen".

(Norddeutsche Nachrichten)

 

Opa warrt verköffft
Zum erstenmal In ihrer Geschichte veranstaltet die Rissener Volksspielbühne eine ganze Theater-Woche. Vom kommenden Freitag, dem 2. April bis einschließlich 6. April jeweils um 20 Uhr geht in der Iserbarg-Schule in Rissen der Vorhang auf für „Opa warrt verköfft."

(Quelle unbekannt)

 

Seine große Liebe zum Theater blieb
Für Erich Hübner aus Wedel wurde ein Traum wahr: bei der Volksspielbühne Rissen durfte er die Hauptrolle in „Opa warrt verköfft" spielen. Seit acht Jahren gehört der rüstige Rentner, der noch jeden Tag im Wedeler Yachthafen als Platzwart seinen Dienst verrichtet, der Rissener Amateurbühne an. Wie überzeugend Erich Hübner in der Rolle des Opas (wir berichteten vor zwei Wochen darüber) mimte, kommt nicht von ungefähr: Als 20jähriger schloß er sich in seiner Heimatstadt Stettin einem Laienspiel-Ensemble an. Erich wäre gern Schauspieler geworden, aber seine Eltern waren von der Leidenschaft des Sohnes überhaupt nicht begeistert. So wurde Erich Hübner also ein strebsamer Kaufmann. Seine Liebe zum Theater konnte und wollte ihm jedoch niemand verwehren. In zahlreichen Stücken spielte er in mecklenburgisch-vorpommerischer Mundart, mit der er auch vor dem Hamburger Publikum gut ankommt — sein Dialekt gibt dem hiesigen sogar besondere Nuancierungen. Während Erich Hübner noch an der Front stand, wurden seine Frau und Kinder aus Stettin vertrieben. Erst nach Beendigung des zweiten Weltkrieges fand die Familie Hübner in Wedel in der Eibstraße eine endgültige Bleibe. Als kaufmännischer Angestellter begann für Erich Hübner — gerade aus der Gefangenschaft entlassen — bei der Buch- und Verlagsdruckerei Kroger der neue Lebensabschnitt.

(Wedel-Schulauer Tageblatt)

 

Wedeler Spieler sind die Stützen der Rissener Volksspielbühne
70jähriger in der Hauptrolle des nächsten Schwanks
Wedel. „Opa warrt verköfft", heißt das neuste Stück, mit dem sich die Rissener Volksspielbühne die Sympathien der Zuschauer erobern will. Ein Vierteljahr hat die Amateurspielgruppe gebraucht, um die ländliche Komödie einzustudieren. Nun ist sie premierenreif. In der Zeit vom 2. bis 6. April wird der Schwank jeden Abend in der Rissener Schule am Iserbarg aufgeführt werden.
Die Volksspielbühne Rissen e.V. wurde vor 16 Jahren gegründet. Damals bestand sie nur aus ein paar theaterbesessenen Idealisten, entwickelte sich aber bald zu einem Amateurtheater, dessen Aufführungen weit über Rissen hinaus beachtet wurden.
Seit 1962 gehören dem Ensemble auch Wedeler Spieler an, Mitglieder der ehemaligen „Wedeler Speeldeel". Die Wedeler Amateurspielgruppe hatte sich vor mehr als zehn Jahren aufgelöst, als sie keinen Übungsraum mehr hatte.
Köhlers Gasthof, in dem sie früher geprobt hatte, wurde abgerissen, und einen anderen Saal gab es nicht in Wedel. Deshalb schlossen sich einige Wedeler Spieler der neugegründeten Rissener Volksspielbühne an. Unter ihnen auch der Mann mit der längsten Spielerfahrung, der heute 70 Jahre alte Erich Hübner. Er steht schon seit 50 Jahren auf der Bühne, zuerst in seiner Heimatstadt Stettin, dann in Wedel und seit sechs Jahren in Rissen. Aber auch Heiner Tewes, der jetzige Spielleiter der Rissener Gruppe, ist ein erfahrener Theaterhase. Gut bekannt sind den Wedelern auch Hans Toepfer, Silke Lorenzen und Günter Schramme, die ebenfalls aus Wedel stammen. Sie alle spielen in der niederdeutschen Komödie von Franz Streicher mit.
In der Titelrolle agiert Erich Hübner, der sich die Rolle zu seinem 70. Geburtstag gewünscht hat. Seinen Sohn stellt Egbert Wieck dar, der Erste Vorsitzende des Vereins. Er sowie Hilma Wieck und Lisa Schröder stammen aus Rissen. Die Regie hat Rudi Schröder.
Insgesamt gehören der Rissener Volksspielbühne etwa 25 aktive Spieler und ebenso viele technische Hilfskräfte an. Sie sind zwar alle keine „Profis", aber dafür sind sie mit Liebe und Begeisterung bei der Sache.

(Wedel-Schulauer Tageblatt)

 

Szenen-Fotos

 

Egbert Wieck - Hans Toepfer

 

Lisa Schröder

 

Egbert Wieck - Heiner Tewes

 

Erich Hübner - Egbert Wieck

 

Erich Hübner

 

Erich Hübner - Heiner Tewes

 

Erich Hübner - Silke Lorenzen - Hilma Wieck - Heiner Tewes

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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