Wir über uns

 

Wi spelen in'n Harvst 1974:

"Strandräubers"

 

En lustig Spill in 5 Törns

vun Gerhard Bohde

Speelbaas: Rudi Schröder

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 25. Oktobermaand 1974

Sünnavend, 26. Oktobermaand 1974

Sünndag, 27. Oktobermaand 1974

Maandag, 28. Oktobermaand 1974

Dingsdag, 29. Oktobermaand 1974

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Mudder Trölsch, Weertsfru un Hökersch:    

Lisa Schröder

Jens Jensen, Fischer:

Peter Sielfeld

Knud Knudsen, Fischer:

Alfons Wieck

Niels Nielsen, Fischer:

Jörn Schröder

Strandvoogt:

Heiner Tewes

Mine,

Gesine Grote,

Stine,

Anke Tewes,

Trine, sien Döchter:

Birgit Lübker

Ruth von Ehren:

Silke Lorenzen

Hans Holt:

Dieter Kirschner

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Rudi Schröder

Toseggersch:

Gertrud Felst

Hülpslüüd an de Siet:   

Christel Tewes,

 

Elke Novitzki

Bühnenbau:

Uwe Fischbeck,

 

Kurt Lenz

Lüchtmokers:

Albin Novitzki,

 

Herbert Lettermann

Prüük un Visaasch:

Vera Lenz

 

Lütt beten wat to dat Stück

Gott segne unseren Strand, heißt ein uralter Spruch der Küstenbewohner. In grauer Vorzeit soll es Strandräuber gegeben haben, die diesem Bittgebet dadurch nachhalfen, dass sie an Land Feuer anzündeten, um Seeleute, die mit ihren Schiffen in Seenot geraten waren, irrezuführen; statt in den rettenden Hafen einzulaufen, strandeten die Schiffe. Reiche Beute war den Strandräubern dann sicher. Strandgut - das war für die Menschen an den Küsten ein Zauberwort. In dunklen Sturmnächten streiften sie heimlich am Strand entlang, und so manche wertvolle Fracht wurde ihnen von der See in den Schoß geworfen. Doch die Zeit liegt weit zurück. Aus dem unbeschränkten Recht, alles Strandgut gehöre dem Finder oder Berger, wurden später gesetzliche Regelungen. Sie gewährten dem Berger nur einen Anteil in Höhe seiner Unkosten. Doch das Meer ist gegenüber früheren Zeiten geiziger geworden. Die Frachter, die dem Meer zum Opfer fallen, nehmen heute ihre Ladung in ihren Stahlrümpfen mit sich in die Tiefe. So kommt es, dass bei einem Schiffsuntergang fast nur Treibholz und die Decksladung ins Meer geraten und am Strand angespült werden. Bisweilen segnet der "blanke Hans" den Strand mit fremdem Gut. Vor einigen Jahren waren es Kisten voll Apfelsinen, und kurz nach dem Kriege schwammen unzählige Büchsen mit Schmalz an den Sylter Strand. Es gab fast keinen Insel-Haushalt, in dem die Bratkartoffeln nicht mit dem "See-Schmalz" zubereitet wurden. Doch mit dem Wohlstand kam die Trägheit. So bleibt heute das Strandgut, in der Hauptsache Holz und Plastikgegenstände, sowie Fässer mit Öl oder Petroleum und leere Behälter, oft bis zum Beginn der Sommersaison liegen. Im Annschluss an das Großreinemachen der Kurverwaltungen wird es häufig an Ort uns Stelle verbrannt.

 

Presse

"Strandräubers"
Gebt dem Nachwuchs eine Chance! Immer wieder hört man diese Forderung bei den Volksspielbühnen. Selten aber erhält die Jugend die Möglichkeit, vor das Publikum zu treten, um zu beweisen, was sie kann. Liegt es nun daran, daß es wenige Stücke gibt, die für den Nachwuchs geeignet sind, oder fehlt den Bühnen der Mut zum Risiko?
Das Lustspiel "Strandräubers" von Gerh. Bohde ist ein Stück für den Nachwuchs und Spielleiter Rudi Schröder nutzt die Gelegenheit.
Drei junge Fischer üben (ohne Umschulung) die Strandräuberei aus. Die Beute wird bei der verschlagenen Mutter Trölsch in Grog umgesetzt. Eines nachts bringen die drei Strandgut mit, das sich bei näherem Hinsehen als eine attraktive junge Dame entpuppt. Von diesem Strandgut sind die drei Töchter des Strandvogts nicht erbaut, da jede von ihnen ein Auge auf einen der Fischer geworfen hat. Aber nach einigen Verwirrungen findet doch jeder Topf den passenden Deckel.
Peter Sielfeld, Alfons Wieck und Jörn Schröder spielten die dankbaren Rollen der drei jungen Fischer. Vom Autor gut gezeichnete Typen. Die drei agieren mit guter Laune und Talent. Alfons Wieck gefiel mir am besten. Aussprache und Mimik hatten nichts von einem Anfänger. Jörn Schröder, vom Typ ideal besetzt, reizte mit seiner Bierruhe das Zwerchfell. Peter Sielfeld als Jens Jensen hatte gute, ausbaufähige Ansätze. Alle drei sind nach meiner Meinung ein echter Gewinn für die VB Rissen.
Die jungen Damen Gesine Grote, Anke Tewes und Birgit Lübker hatten mit den undankbaren Rollen der Strandvogttöchter einen schweren Stand. Von den Rollen her kaum Möglichkeiten der Entfaltung, immer als Trio auftretend, standen sie im Schatten der Männer. Hier hätte von der Regie mehr herausgeholt werden können (besonders in der Modulation der Texte). Silke Lorenzen (Ruth von Ehren), phonetisch sehr gut, gut auch in den Szenen mit den Fischern. Leider aber im Zusammenspiel mit Dieter Kirschner (Hans Holt) ein starker Leistungsabfall. Die Liebesszene wirkte steif und unnatürlich. Hier fehlte beiden Spielern (Spiel-)Erfahrung, Natürlichkeit und die helfende Hand des Spielleiters.
Lisa Schröder spielte die Mutter Trölsch sehr zurückhaltend und überließ ihren jungen Mitspielern die Bühne. Eine faire Geste, die leider zu Lasten der Rolle ging. Etwas mehr hätte nicht geschadet. So leicht wären die Jungen nicht an die Wand gespielt.
Souverän bei seinem Auftreten, die Bühne beherrschend, Heiner Tewes als Strandvogt. Er strahlte Sicherheit und Ruhe aus, die sich auf seine Partner übertrug. Der beste Spieler in diesem Ensemble.
Trotz der Einschränkungen ist das Experiment von Rudi Schröder gelungen. Es ist sicher schwer, ein abendfüllendes Stück fast ausschließlich mit Nachwuchs zu besetzen. Aber einige Minuspunkte gehen auch auf das Konto der Spielleitung. Ein Wort noch an die Spieler: Lassen Sie sich durch einige negative Bemerkungen nicht den Mut nehmen. Es nützt nichts, wenn Mängel, die vorhanden sind, mit dem Mantel der Liebe zugedeckt werden. Schwächen müssen erkannt und durch intensive Arbeit behoben werden. Ihr Talent und ihre Fähigkeiten lassen für die Zukunft der Volksbühnenkunst und für Sie das beste hoffen.

(Verbandskritiker Claus Hauth)

 

5 Theaterabende der VB Rissen waren restlos ausverkauft, Notsitze mußten aufgestellt werden, um alle, die kamen, noch unterzubringen - ein wunderbarer Erfolg, zumal es das Debüt der Jugend unseres Rissener Theatervereins war. Die jungen Leute haben prächtig gespielt, fast wie die "Alten Hasen", die mit ein wenig Zittern, aber doch auch mit berechtigtem Stolz ihren "Nachwuchs" präsentierten. Lampenfieber hatten sie sicher alle - aber wer hätte das nicht - wenn ca. 500 Augen- und Ohrenpaare mit gespannter Erwartung den Darbietungen kritisch gegenübersitzen? Es gab keine Panne (bestimmt auch ein Verdienst der im Untergrund fungierenden Souffleuse Gertrud Feist). Es gab nur Applaus. Sechs junge Leute hatten den Mut zum ersten Start vor einem großen Publikum: Die Erben eines mit dem Rissener Theaterleben bekannten und guten Namens: Alfons Wieck und Jörn Schröder und ihr ebenso guter Mitspieler Peter Sielfeld als Fischer, die im Dienste einer Gastwirtin (Lisa Schröder) zu nächtlicher Zeit den Strand "säuberten". Die Töchter des Strandvogts (Heiner Tewes) Gesine Grote, Birgit Lübker sowie Anke Tewes, die ihr Debüt bereits im vorigen Jahr als "Lisbeth" in "Peper un Solt" gab und deren Vater im vorigen Jahr bereits sein 25jähriges Bühnenjubiläum feiern konnte, spielten die, auf eine zum Leben wiedererweckte "Wasserleiche" (Silke Lorenzen) eifersüchtigen "Freundinnen" der 3 Fischer. Mit dieser Aufführung ist den jungen Leuten der Durchbruch gelungen. Wir hoffen, daß ihnen dieser Erfolg nicht zu Kopf geht , sondern Mut gibt, weiter zu machen, um sich ständig zu bewähren.

(Rissener Rundschau)

 

„Strandräubers": Fünf Theatertage in Rissen
Rissen. Auch in diesem Herbst tritt die Volksspielbühne Rissen e. V. wieder an die Öffentlichkeit. Gezeigt wird das Lustspiel „Strandräubers" von Gerhard Bohde unter der Spielleitung von Rudi Schröder. Weil der Erfolg der letzten Aufführungen so groß war, sind diesmal gleich fünf „Theatertage" vorgesehen: vom Freitag, 25. Oktober, bis Dienstag, 29. Oktober, geht das Stück in der Aula der Schule Iserbarg 2 über die Bühne. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.
Die Volksspielbühne möchte dem Publikum einen vergnügten Abend bieten, außerdem hofft man, der Bevölkerung das „Plattdütsche" ein bißchen näherzubringen. Ein Sprecher: Diese herrliche niederdeutsche Mundart muß man einfach liebhaben!" Daß dies alle Altersstufen betrifft, stellen die Spieler selbst unter Beweis. „Dree Deerns un dree Jungs" sind die Hauptakteure. Anfangs waren die Jugendlichen noch skeptisch: „Mensch, kann ich das überhaupt?" — "Da ist ja eine Menge Text zu pauken!" — „Vor Lampenfieber werde ich todsicher ohnmächtig!" Die Befürchtungen waren unbegründet. Sie können es! Spielleiter Rudi Schröder hat vom Rohschliff zum Feinschliff alle Register gezogen, so daß sich das Ergebnis durchaus sehen lassen kann. [...]

(Elbe-Wochenblatt)

 

Erfolgsrezept Humor
Rissen. [...] Das hohe technische Niveau und die gewisse Routine der Darsteller geben der Sache einen fast schon professionellen Anstrich.
Die Bühne ist aber auch für Jugendliche attraktiv. Das zeigt sich nicht nur am Alter der Darsteller, sondern auch an dem des Publikums. Die ständig wachsenden Zuschauerzahlen machten es notwendig, eine "Theaterwoche" zu veranstalten.
"Wenn wir früher mal 60 Zuschauer hatten, sind wir gesprungen vor Freude", erzählt Egbert Wieck der HAUPTSTRASSE. Er leitet die Truppe und ist zugleich ihr Hauptdarsteller.
Egbert Wieck, 50, Ostpreuße mit Daddeldu-Appeal, hat dafür sein Rezept: Humor. "Die Stücke müssen die Leute richtig von den Stühlen hauen - die müssen langliegen". Auch sein Anliegen, die plattdeutsche Sprache zu retten, findet immer mehr Anklang. "Wann speelt ji wedder in plattdüütsch?", heißt es, wenn er sich mal an einem hochdeutschen Unterhaltungsstück versucht. Doch muß bei drei Vorstellungen im Jahr immer noch genügend Zeit für die Familie sein. Daß auch seine Frau aktiv ist und sogar Sohn Alfons, 19, in die Fußstapfen des Vaters tritt, ist ihm natürlich besonders lieb. Auch die Kollegen sind interessiert: Hauptwachmeister Wieck weiß die Wache in der Sibbertstraße voll hinter sich. "Die geh'n alle hin!" Ihr nächster Einsatz: 25. Oktober, 20 Uhr, Schule Iserbarg.

(Hauptstraße)

 

Szenen-Fotos

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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