Wir über uns

 

Wi spelen in't Fröhjohr 1981:

"De polietsche Buck"

 

Nedderdüütsche Kummedie in dree Akten

vun Jens Exler

Speelbaas: Rudi Schröder

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 24. Aprilmaand 1981

Sünnavend, 25. Aprilmaand 1981

Sünndag, 26. Aprilmaand 1981

Maandag, 27. Aprilmaand 1981

Dingsdag, 28. Aprilmaand 1981

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Sibbert Struwe, Börgermeister vun Hellewatt:

Karl-Heinz Wedde

Liene, sien Fru:

Lisa Schröder

Gunna, sien Dochter:

Ulla Manek

Fröbbe, sien Knecht:

Günter Schramme

Gerd Lüders, Börgermeister vun Jünnewatt:

Peter Rust

Enne, sien Fru:

Inge Thurmann

Harro, sien Söhn:

Peter Sielfeld

Meiners, Wachtmeister:

Christian Just

Mijnheer van Vlierberghe, Plantagenbesitter ut Java:   

Heiner Tewes

Albert, Dener bi Zerrhusen:

Gustav Felst

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Rudi Schröder

Sien Hülp:

Hannelore Schramme

Toseggersch:

Gertrud Felst

Lüüd an de Siet:   

Heidi Wedde

Prüük un Visaasch:

Silke Lorenzen,

 

Karin Lorenzen,

 

Ulla Manek

Lüchtmokers:

Herbert Lettermann,

 

Peter Sielfeld,

 

Hanns Wieck

Bühnenbu:

Uwe Fischbeck,

 

Alfred Bergel,

 

Rudolf Seeburg

 

Jonny Teich,

 

Egbert Wieck

 

De Autor över sien Stück

"Politische Themen auf der Bühne sind immer ein heißes Eisen und nur selten eine Quelle ungetrübter Heiterkeit, weil sie sehr leicht das Publikum in zwei Parteien spalten können. Deswegen meidet der Theaterschriftsteller diese Themen auch gern und überlässt sie neidlose dem Kabarett. Glauben Sie nun nicht, verehrtes Publikum, dass ich so vermessen wäre, dieses heiße Eisen anzupacken - oh nein, ich werde mich hüten. Mein 'Buck' ist nicht so hochpolitisch, dass er Sie entzweien könnte. Er ist höchstens, sagen wir, ein bisschen lokalpolitisch. Sie wissen sicher, dass ein Theaterstückschreiber ständig auf der Jagd ist, und dass er sich die Stoffe nur selten 'ausdenkt'. Er bekommt sie entweder erzählt, oder er liest sie einfach in der Zeitung. So lief mit dieser 'Buck' auch ganz zufällig in Form einer Zeitungsmeldung über den Weg. Ich fand das Motiv, die Personen und das Milieu für meine Zwecke so interessant, dass ich mir selbst Tier und Feuer für eine Komödie freigab. Kaum hatte ich den 'Buck' zu Papier gebracht, da hob man auch schon den Zeigefinger. Man warf mir vor, der Grundton der Komödie sei etwas verstimmt, denn es gehöre nicht zum Typ des niederdeutschen Dorfbürgermeisters, dass er seinen Landrat durch eine Form der Bestechung zu gewinnen suche. Solche Bürgermeister gäbe es nicht; und wenn es sie gäbe, dann wäre es eine ernste Sache und nicht zum Lachen. Gewiss ist es eine ernste Sache, aber gerade das reizte mich ja, denn es macht mir nun mal Spaß, auf eine heitere Art von ernsten Dingen zu reden. Und warum sollen wir nicht darüber lachen? Wir lachen ja nicht über etwas, was uns erfreut, also über das Normale und Selbstverständliche, sondern immer nur über das Anomale, Seltsame und Unzulängliche. Ich meine, ein Bürgermeister ist auch nur ein Mensch, der gelegentlich mal die Grenzen der Legalität überschreitet. Irren und Sündigen gehören nun einmal zum Menschlichen schlechthin, und es ist nur allzumenschlich, dass auch ein Bürgermeister mal ein bisschen mit der Wurst nach dem Schinken wirft. Deswegen wird die Weltgerechtigkeit nicht gleich aus den Fugen geraten. Dem Bock kann es doch gleichgültig sein, von wem er geschossen wird; geschossen wird er auf jeden Fall. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Waidmannsheil!"

 

Presse

De polietsche Buck - Volksspielbühne Rissen - 28.4.81
Als Frühjahrsstück 1981 brachte die VB Rissen die niederdeutsche Komödie "De polietsche Buck" von Jens Exler.
Schreibt der Autor über sein Werk und Thema: Kaum hatte ich den Buck zu Papier gebracht, da hob man den Zeigefinger. Man warf mir vor, der Grundton der Komödie sei etwas verstimmt, denn es gehöre nicht zum Typ des niederdeutschen Dorfbürgermeisters, daß er seinen Landrat durch eine Form der Bestechung zu gewinnen suche!
Welche Leute müssen es gewesen sein, die den Zeigefinger erhoben. Ist es doch üblich, daß jeder Jagdpächter einen "Buck" für besondere "Schlitzen" in seiner Jagd reserviert. - Oder war es das schlechte Gewissen der Mahner.
Jedenfalls ist das Thema heute und überall aktuell. Und auch als aktueller Beitrag zum Zeitgeschehen ist die Aufführung der VB Rissen zu sehen.
Ja, zu sehen! - Als erstes gab es ein herrliches Bühnenbild zu sehen. Man fühlte sich förmlich mitten in diese Bauernstelle versetzt. Alles, aber auch das kleinste Detail, stimmte. Herrlich die Idee mit dem Misthaufen und den Milchkannen. Man kann der VB Rissen bestätigen, daß eine Berufsbühne kein echteres Bühnenbild bauen könnte. Das Bühnenbild war unzweifelhaft der Höhepunkt der Aufführung.
Aber auch unter den Spielern gab es einen Höhepunkt: Knecht Fröbbe, gespielt von Günter Schramme.
Wie dieser Spieler seine Rolle mit warmen und echten menschlichen Tönen spielte, zeugt von der Begabung eines echten Komikers. Kein Wort und keine Geste wirkte übertrieben. Man kann die VB Rissen nur zu so einem Spieler gratulieren und hoffen, ihn in weiteren interessanten Rollen zu sehen.
Alle anderen Spieler, vor allen Dingen die Debütanten, brachten eine ausgeglichene Ensembleleistung. Bei diesen Debütaten ist man gespannt, wie die Entwicklung weitergeht.
Rudi Schröder muß man ein großes Lob aussprechen, daß ein Stück anspruchslosester Klamottenunterhaltung bei einem hervorragenden Ensemble und subtiler Regie nicht zum Klamauk zu werden braucht.
Das Publikum dankte mit anhaltendem Beifall und vor allem mit ausverkauftem Haus!
Sollten vor den Erfolg die Musen doch Leistung gesetzt haben?! Zum Besuch und zur Nachahmung empfohlen!

(Verbandskritiker Gert Krause)


"De polietsche Buck" - Aufführung der Volksspielbühne Rissen am 27. April 1981
Hellewatt gegen Jünnewatt - Struwe gegen Lüders. 2 "Bürgermeister", die zugleich Jäger und Bauern sind, versuchen, sich gegenseitig das Wasser abzugraben. Flurbereinigung, Eingemeindung einer Fabrik, Jagdeinladung an den Landrat des Kreises, damit Anträge bevorzugt behandelt werden.
Dazwischen 2 Ehefrauen, die klug zueinander halten und in Wirklichkeit die Hosen anhaben. Tochter Struwe und Sohn Lüders dazu als Romeo und Julia. Jedoch ohne die tragischen Seiten der historischen Vorlage.
Außerdem ein Polizist; beflissen, das Gesetz zu achten, und dennoch nicht ohne Dämlichkeit. Fast wie in der Natur.
Garniert mit einem Knecht, der die Fäden des Spiels spinnt und sich bauernschlau aus allem heraushält, jedoch stets bemüht ist, alles zum Besten zu kehren.
Jeder schießt seinen Bock. Im Titel, handelt es sich jedoch um einen Zehnender.
Viel mehr Inhalt hat das Stück von Jens Exler nicht, das ja inzwischen auch vielfach über die Bühnen unseres Niederdeutschen Vaterlandes gegangen ist und damit nicht mehr ausführlich vorgestellt zu werden braucht.
Auch die vierte Vorstellung ist fast ausverkauft, als sich der Vorhang öffnet. Im herrlichen Bühnenbild, für das ein Team von 4 Männern verantwortlich ist, hat Rudi Schröder bewährte Kräfte mit Neulingen gepaart. Eine notwendige Maßnahme, wenn man an die Förderung des Volksbühnenspiels denkt.
Natürlich sind die Unterschiede in der Spielpraxis zu merken. Da rutscht ein hochdeutsches Wort dazwischen, hier bleibt der Text plötzlich weg. Doch insgesamt ein Eindruck von Geschlossenheit.
Karl-Heinz Wedde poltert gegen Peter Rust und umgekehrt. Lisa Schröder erledigt die Post, indem sie Briefe an ihrem Busen verschwinden läßt. Inge Thurmann verbindet sich mit ihr gegen die Männer.
Ulla Manek und Peter Sielfeld lieben sich und hätten sich beinah nicht gekriegt.
Christian Just legt die Hand an seine Dienstmütze und liebt ein wenig die Bürgermeistertochter.
Und Günther Schramme. Ja, er füllt die Rolle des Knechtes Fröbbe mit Lust und Können. Es ist eine Freude, ihn durch das Stück dröhnen zu hören und zu sehen. Eine feine Leistung.
Bleibt die Feststellung, daß die Rissener ihr Publikum erfreut haben; und haben dabei an ihre früheren Leistungen nahtlos angeknüpft.
(Verbandskritiker Dirk Rommer)

 

Szenen-Fotos

 

 

Peter Sielfeld - Peter Rust - Christian Rust - Karl-Heinz Wedde

 

Peter Sielfeld - Ursula Manek

 

Günter Schramme - Karl-Heinz Wedde

 

Lisa Schröder - Karl-Heinz Wedde

 

Inge Thurmann - Günter Schramme - Peter Rust - Christian Rust

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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