Wir über uns

 

Wi spelen in't Fröhjohr 1983:

"Fischerstraat 15"

 

Nedderdüütsche Kummedie in veer Akten

vun Jens Exler

Speelbaas: Rudi Schröder

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 15. Aprilmaand 1983

Sünnavend, 16. Aprilmaand 1983

Sünnavend, 16. Aprilmaand 1983

Sünndag, 17. Aprilmaand 1983

Maandag, 18. Aprilmaand 1983

Dingsdag, 19. Aprilmaand 1983

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Alma Kleebusch, Wittfru un Hökersch ut Huus Nr. 15:   

Bianca Seeburg

Adolf Breuer, Huuswart vun Hüüs Nr. 15 un 17:

Wolfgang Vacano

Lisa Fritzel, Medersch ut Huus Nr. 17:

Lisa Schröder

Herbert Fritzel, ehr Mann:

Karl-Heinz Wedde

Bernd Stockmann, Ünnermeder bi Alma:

Thorsten Junge

Karin Lammers, Fründin vun Bernd:

Regina Wieck

Birte Sievers, Journalistin un Medersch ut Huus Nr. 17:   

Sabine Mutschink

Conrad Sievers, Immobilienkoopmann un ehr Vadder:

Gustav Felst

un en Koppel Statisten as Passanten

 

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Rudi Schröder

Sien Hülp:

Wolfgang Prieß

Toseggersch:

Inge Schwenn

Lüüd an de Siet:   

Gesine Sielfeld,

 

Ute Klameth

Prüük un Visaasch:

VBR-Crew

Kledaasch:

VBR-Crew

Lüchtmokers:

VBR-Crew

Bühnenbu:

VBR-Crew

 

Lütt beten wat to dat Stück

In "Fischerstraat 15" geht es um ein aktuelles Problem. Das Thema heißt Altstadtsanierung inklusive Hausbesetzung. Die liebenswerte Oma Kleebusch, Ladeninhaberin aus Haus Nr. 15, soll mit allen Mitteln vertrieben werden, damit dort eine Versicherungsgesellschaft bauen kann. Gerade recht kommen die jungen Leute Karin und Bernd, welche Oma Kleebusch im Kampf um die Erhaltung ihres Elternhauses unterstützen. Treffend und aus dem Leben gegriffen sind auch die Nachbarn Fritzel sowie der Hausmeister aus Nr. 17.

 

Presse

Vorbei an vielen frommen Ölbildern von Wolfgang Vacano, dem es besonders die Päpste angetan haben müssen, gelangt man in den Theatersaal. Wie immer in Rissen: das Haus ist randvoll! 'Fischerstraat 15' steht auf dem Programm. Und das Programmheft entschuldigt sich gleichsam für die 'gewagten' Themen Altstadtsanierung und Hausbesetzung. Besänftigend wird darauf hingewesen, daß der Regisseur 'das Ganze etwas entschärft' habe!
Nicht sehr mutig, solche Worte! Und ob sie dem plattdeutschen Theater förderlich sind, wird hier bezweifelt.
Doch zum Stück: Die Bühne stimmt, die Spielfläche ist durch die beiden Hausfassaden Fischerstraat 15 und 17 ziemlich eingeengt Doch die Spielfreude aller ist groß. Die Zuschauer sind gleich parteilich: Auf der Seite der Alma Kleebusch, die ihren kleinen Zeitungsladen in Nummer 15 führt und durch den Hausverwalter hinausgesetzt werden soll, weil das alte Haus Spekulationsobjekt geworden ist. Natürlich ist unsere Freude an der Journalistin, die sich heimlich in Nummer 17 eingemietet hat, um die Praktiken der spekulierenden Kapitalisten und ihrer Handlanger zu entlarven und zugleich bei der Zeitung zu reüssieren. Wo ihr Vater sogar einer der Hauptgegner ist! Man hält auch mit den beiden Hippies Bernd und Karin, die sich als Strandgut bei Oma Kleebusch einquartieren, und freut sich schließlich mit, wenn der Abbruch des alten Hauses verhindert werden kann.
Die Auflösung aller Schwierigkeiten ist nur zu märchenhaft. Es ist zu schön, um wahr sein zu können. Soviel Versöhnung läßt fragen, wie es denn in der Wirklichkeit aussieht, die doch theaterhaft abgebildet werden soll Das Stück ist also nicht so konsequent, wie ich es mir gewünscht hatte. Schade auch, daß viele Klischees kolportiert werden: Frau mit Hosen an, der der Mann nur betrunken Widerstand leisten kann. Hippies lassen irgendwann von ihrer Eigenart, schneiden sich die Haare und waschen sich u.ä. Das Stück hätte eigentlich nicht zwangsläufig eine Komödie werden müssen. Aber Exler wollte das so. Was soll's...
Gespielt wurde durchweg hochklassig: Fehlerlos der Immobilienkaufmann Conrad Sievers von Gustav Felst. Eine gut besetzte Nebenrolle. Gut auch Sabine Mutschink als Birte Sievers, die als Journalistin recherchiert.
Herrlich direkt die beiden jungen Bürgerschrecks Bernd Stockmann und Karin Lammers, die von Regina Wieck und Thorsten Junge gegeben wurden. Der junge Junge mausert sich immer mehr zu einem überzeugenden Spieler! Schon auch das Ehepaar Fritzel zwischen Unterdrückung und Befreiung. Lisa Schröder und Karl-Heinz Wedde machen ein Kabinettstückchen daraus. Wolfgang Vacano ist als Hausverwalter etwas steif. Da er aber den ganzen Abend alle Gefühle der Zuschauer gegen sich hat, hat das vielleicht gehemmt. Alma Kleebusch schließlich wird von Bianca Seeburg gespielt. Sie deklamiert ein Bühnenplattdeutsch aus höheren Kreisen. Sie spricht wie verarmter Adel, wie 'Arsen und Spitzenhäubchen'. Ein bißchen unglaubwürdig, ein bißchen schade. Das hätte Rudi Schröder, der sich zweimal über die Bühne drehorgelt, vielleicht merken müssen!... Aber die Aufführung hat Spaß gemacht.
Wenn die Schauspieler wieder mehr Platz haben, werden sie sicher auch nicht so viel stehen!

(Verbandskritiker Dirk Rommer)

 

Fischerstraat 15
Mit dieser Komödie spielte sich die Volksspielbühne Rissen wieder in alle Herzen der Zuschauer. Es ging nicht nur um Fragen der Altbausanierung und ihre Lösung, sondern besonders in den Jugendlichen auf der Bühne mit ihren offenen Herzen und ihrer äußerlichen "Wandlung" erkannte so manch einer im Saal viel Ähnlichkeit zu Problemen im eigenen Familienkreis. Und der Inhalt des Stückes weist indirekt auch auf ein aktuelles Rissener Thema hin, nämlich die Erhaltung unseres Ortsbildes.

(Der Rissener)

 

Das Ohnsorg-Theater des Westens
In einer kleinen Straße im Süden Hamburgs herrscht Aufruhrstimmung. Eine Gruppe von Menschen hat sich auf der Straße versammelt und zieht mit Schildern, Transparenten und Handzetteln durch das alte Hamburger Stadtviertel. Auf den Transparenten steht mit leuchtenden Buchstaben geschrieben: „Rettet die Fischer-Straat" und „Nieder mit den skrupellosen Hausmaklern - Laßt unsere Straße nicht sterben!"
Diese kleine Demonstration hat in Wirklichkeit nie in dieser Form stattgefunden, und doch ist sie von der Realität kaum entfernt. Die Begebenheiten in dieser kleinen Straße sind ein szenarischer Ausschnitt aus dem Stück „Fischerstraat 15" von Jens Exler, das die Rissener Volksspielbühne von Freitag, den 15., bis Dienstag, den 19. 4., in Rissen in der Aula der Schule Iserbarg aufführt.
Wer ist die Rissener Volksspielbühne, die sich durch Konzentration auf plattdeutsche Boulevard-Stücke mittlerweile den Ruf „Ohnsorg-Theater des Hamburger Westens" zueigen gemacht hat? Die Rissener Volksspielbühne ist ein eingetragener Theaterverein, der vor 28 Jahren ins Leben gerufen wurde, um die Laienschauspielerei zu fördern. Heute zählt die Volksspielbühne 80 Mitglieder und ist Mitglied im Bund Deutscher Amateur-Theater. Der Mitgliederspiegel streift fast alle Berufsschichten. Hausfrauen, Angestellte, Beamte, Techniker und Rentner wirken auf und hinter der Bühne. Auch eine Kindergruppe wurde aufgebaut, so daß die Altersspanne von fünf bis 75 Jahre reicht.
Die Leidenschaft der Amateurschauspieler kennt eigentlich keine Grenzen. Inge Schwenn, 49, von Beruf Kontoristin, übernimmt in diesem Stück die Aufgabe der Souffleuse. „Manchmal komme ich schon völlig geschafft vom Beruf nach Hause. Wenn ich aber dann bei den Proben bin, fühle ich mich wie ausgewechselt. Es ist eine ganz andere Welt." Wolfgang Vacano, Polizeibeamter, beschreibt seine Liebe zum Theaterspiel so: „Das Theater gibt mir die Möglichkeit, mich in ganz andere Charaktere hineinzudenken und zu fühlen." Für Rudi Schröder, der als Spielleiter für die Regie zuständig ist, bedeutet das Theater eine Fortsetzung des täglichen Lebens. „Jeder muß in seinem Leben eine Rolle spielen. Äußere Umstände zwingen ihn dazu. Doch ich möchte zeigen, daß man auch andere Rollen spielen kann." Seine Frau, Lisa Schröder: „Für mich ist es eine willkommene Abwechslung zu meiner Hausarbeit. Hier habe ich die Möglichkeit, für ein paar Stunden einmal jemand ganz anderer zu sein."
Auch Thorsten Junge, 21, und von Beruf Postler, reizt die Verwandlungsmöglichkeit. Er spielt den alternativen Systemveränderer Bernd Stockmann. „Durch die Schauspielerei habe ich viel über die Menschen gelernt. Man wird sensibel für die kleinen Gesten, die entscheidenden Blicke und Bewegungen. Meine Menschenkenntnis hat sich durch dieses Hobby sehr verstärkt." Am deutlichsten drückt es Bianca Seeburg, 62, aus: „Die Schauspielerei ist und muß - eine Passion sein. Ich kann ohne das Theaterspielen gar nicht mehr leben. Die Vielschichtigkeit der Charaktere eröffnet mir einen schier unerschöpflichen Schatz an Erfahrungen. Man muß Interesse an den Menschen haben. Wie ist der Mensch, frage ich mich. Und mit jeder neuen Rolle erhalte ich eine weitere Antwort."

(Altonaer Nachrichten)

 

Erfolgreiches Jahr der Volksspielbühne
Wieder einmal ist für die Volksspielbühne Rissen von 1955 e.V. ein erfolgreiches Jahr zu Ende gegangen. Ein noch nie dagewesener Besucher-Rekord im Herbst 1982 zwingt den Verein dazu, dieses Mal sechs Vorstellungen zu geben anstatt nur fünf. Die Akteure freuen sich sehr darüber. [...]

(Quelle unbekannt)

 

 

Der Regisseur an seine Spieler:

 

Das Spiel ist aus, der Vorhang ist gefallen,

ein Resümee ist darum angebracht.

Dem vollen Haus hat's wieder mal gefallen,

und mancher sagt: "Gut habt ihr das gemacht."


Es gab Applaus und Freude bei uns allen,

an "Arbeit" hab'n wir dabei nicht gedacht.

Es war ein Graus, die Probenzeit vor allem,

und trotzdem wurde dabei oft gelacht.


Jetzt folgt der Schmaus und Suff bis hin zum Lallen.

Verein bezahlt, das habt ihr so gedacht.

Nun geht nach Haus und haut euch in die Fallen.

Ich wünsch' euch allen eine gute Nacht.
 

Rudi Schröder

 

Szenen-Fotos

 

 

Rudi Schröder

 

Wolfgang Vacano - Lisa Schröder

 

Lisa Schröder - Bianca Seeburg

 

 

Sabine Mutschink - Gustav Felst

 

Thorsten Junge - Regina Wieck

 

Karl-Heinz Wedde - Thorsten Junge

 

Karl-Heinz Wedde - Lisa Schröder

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Impressum