Wir über uns

 

Wi spelen in'n Harvst 1983:

"Üm de Wust"

 

En lustig Spill in dree Akten

vun Manfred Dix

plattmaakt vun Heiner Tewes

Speelbaas: Heiner Tewes

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 21. Oktobermaand 1983

Sünnavend, 22. Oktobermaand 1983

Sünnavend, 22. Oktobermaand 1983

Sünndag, 23. Oktobermaand 1983

Maandag, 24. Oktobermaand 1983

Dingsdag, 25. Oktobermaand 1983

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Willem Döring, Buer:

Günther Schwenn

Georg, sien Söhn:

Thorsten Junge

Lina, Grootdeern bi Döring:

Hannelore Schramme

Krischan, Knecht bi Döring:

Günter Schramme

Erna Jansen, Naversdochter:

Karen Jarck

Bettina Illmann, Oberzollinspekterswittfru:   

Lisa Schröder

Ellen Varka, Schauspelersch:

Silke Lorenzen

Dr. Ottokar Schmalstieg, Studienraat a.D.:

Rudi Schröder

En Hamsterer:

Peter Sielfeld

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Heiner Tewes

Sien Hülp:

Wolfgang Prieß

Toseggersch:

Christel Tewes

Lüüd an de Siet:

Ute Klameth,

 

Karin Lorenzen

Prüük un Visaasch:

Silke Lorenzen,

 

Karin Lorenzen

Lüchtmokers:

Hanns Wieck,

 

Albin Novitski

Bühnenbild:

Rudolf Seeburg

Bühnenbu:

Wolfgang Prieß,

 

VBR-Crew

 

Lütt beten wat to dat Stück

Das Jahr 1945, wo der Schwarzhandel und die Hamsterei blüht (der raffinierte Hamsterer wird dargestellt von Peter Sielfeldt) und viele Leute ausgebombt sind; sie haben kein Dach über dem Kopf und nichts zu essen. Diesen Armen wird geholfen, indem sie vom Staat aufs Land geschickt werden. Der Bauernhof, wo dieses Stück spielt, hat 3 solche „Zwangseinquartierungen" bekommen: eine Oberzollinspektorswitwe (Lisa Schröder), eine Schauspielerin (Silke Lorenzen) und einen Studienrat a.D. (Rudolf Schröder). Können Sie sich diese 3 auf einem Bauernhof vorstellen? Lina, die forsche Großmagd (Han-nelore Schramme) jedenfalls nicht und Krischan, der Knecht (Günter Schramme) gibt ihr Recht.
Aber der Bauer (Günter Schwenn) hat das Sagen und die drei aus der Stadt kommen und werden dort untergebracht.
Nicht nur, daß es zwischen Verliebten (Karen Jark und Thorsten Junge) dadurch zu Eifersüchteleien kommt, plötzlich ist auch die große Mettwurst verschwunden. Das Suchspiel nach der Wurst bleibt nicht ohne Folgen!
In diesem Spiel wird das Alltagsgeschehen der Nachkriegszeit wieder lebendig.

 

De Autor vertellt

Gedanken eines Autors
von Manfred Dix
Ist eine Wurst nach 36 Jahren noch genießbar? Nach der nächsten Premiere der Volksspielbühne Rissen werde ich es wissen. Für mich wie für den Spielleiter und die Akteure der Bühne geht es am 21. Oktober in der Aula der Schule Iserbarg in Rissen gleichermaßen „um die Wurst". Dies ist auch der Titel des Stückes, das sie spielen. Ich schrieb es im Winter 1946/47 für die „Neue Hannoversche Volksbühne", mit der ich damals als Schauspieler durch die Lande zog. Wir spielten in etwa zwanzig Dörfern und Kleinstädten rund um Hannover; meist in Sälen von Gastwirtschaften. Das Publikum bestand aus Einheimischen und Evakuierten, zumeist Ausgebombten aus den großen Städten. Wir spielten Stücke, die im ländlichen Milieu angesiedelt waren; vor allem die Lustspiel-Klassiker des Erfolgsautors August Hinrichs: „Krach um Jolanthe", „Wenn der Hahn kräht", „Für die Katz". —
„Für die Katz ist all unser Bemühen, wenn wir nicht bald ein neues Stück finden", sagte eines Tages unser Boss, „denn mit Hinrichs sind wir nun am Ende."

Ein weiteres Stück, das auf dem Lande spielte, war uns jedoch nicht bekannt, und so sahen wir alle das Ende unserer Bühne und damit auch unserer Existenz nahen.
„Könnte denn nicht einer von uns mal so'n Ding schreiben", meinte unsere 'Jugendliche Liebhaberin'.

„Richtig", assistierte ihr unser ,Heldenvater', „und zwar möglichst eines, das die Konflikte behandelt, die sich jetzt und heute auf dem Lande ergeben, durch das oft nicht freiwillige Beisammensein von Städtern und Dörflern".

„Aber um Gotteswillen nichts Ernstes", mahnte unser Regisseur, „lustig muß die Sache schon sein, sonst will das keiner sehen! — Na, wer wagt es?", fragte er in die Runde. Dabei sah er vor allem mich an; wohl deshalb, weil ich schon ein paar kleine Sachen für die Zeitung geschrieben hatte. Da mich auch alle anderen ansahen und so taten, als hinge ihr Wohl und Wehe ganz allein von mir ab, sagte ich „OK" und machte mich an die Arbeit.
„Um die Wurst" war nicht nur der Titel des Stückes, das ich in rund drei Monaten schrieb, um die Wurst ging es auch für mich und meine Kollegen, wenn das Stück ein Reinfall würde. Nun, es wurde keiner. Nach der mit viel Beifall bedachten Uraufführung am 30. April 1947 in Fallingbostel, spielten wir das Stück in 34 weiteren Orten rund um Hannover. Aufführungen durch Bühnen in Heide, Rheydt und Bremen sowie durch zahlreiche Laienspielgruppen folgten.
Nun hat in den letzten Monaten der rührige Spielleiter der Volksspielbühne Rissen, Heiner Tewes, das Stück ins Plattdeutsche übertragen und mit deren Akteuren einstudiert. Ob seine und ihre Bemühungen sich gelohnt haben? Bald werden wir es wissen, denn wie für den Autor geht es auch für sie alle am 21.10.83 „üm de Wust".
PS: Seit zwanzig Jahren bin ich übrigens Bürger von Rissen. Im Hamburger Telefonbuch werden sie den Namen Manfred Dix allerdings nicht finden. Er ist ein Pseudonym. In meinem Personalausweis steht... Nein, das werde ich Ihnen nicht verraten; jedenfalls nicht, bevor ich weiß, wie Sie meine eingangs gestellte Frage beantworten werden.

 

Presse

Selten so gelacht!
Die Volksspielbühne Rissen hat es mit ihrem Lustspiel "Üm de Wust" vermocht, ihr Publikum zu wahren Lachsalven hinzureißen. Auf dem Hintergrund der Nachkriegs- und Schwarzmarkt-Zeit gelang es ihr, in einem flüssigen Szenenablauf die um eine begehrte Mettwurst kreisende von Manfred Dix geschriebene Geschichte überzeugend darzustellen.
Die gute, dankbar aufgenommene Ensemble-Leistung wurde lediglich noch übertroffen von der Darstellerin der Kleinmagd Antje alias Fräulein Varka: Silke Lorenzen zeigte in dieser Rolle ein besonders starkes Einfühlungsvermögen in Sprache und mimischer Darstellung.
Aber nicht genug damit, denn selbst in der Pause gab's keine Pause, weil die "Rissener Symphoniker" mit ihrer Blasmusik helle Begeisterung bei ihren Zuhörern auslösten. Diese drei jungen Musici im Gehrock und Zylinder wünschte man allgemein auch künftig wiederhören zu dürfen, denn sie waren es schließlich, die in der Schlußszene für einen fröhlichen Geburtstags-Kehraus sorgten.
(Der Rissener)

 

Das war prima !
...die letzte Aufführung der VB Rissen.
Es war ein gelungener, humorvoller Abend, den uns die Volksspielbühne Rissen wieder einmal mit ihrem neuesten plattdeutschen Stück "Üm de Wust" bescherte. Ein lustiges Spiel auf dem Dorf mit Mißverständnissen, Verdächtigungen und ein wenig Liebe.
Hier hat der Autor Manfred Dix eine Handlung auf die Bühne gebracht, die bei allem Ernst der damaligen Zeit auch einmal die weniger tragische, aus der heutigen Sicht humorvolle Seite dieses Lebens wiederspiegelt.
Das Stück ist auf dem Lande zuhause und wird somit auch durch seine nun plattdeutsche Fassung von Heiner Tewes dem Milieu erst richtig gerecht.
Die Leistungen unserer Schauspieler (alle Amateure) wurden wie schon so oft mit viel Applaus bedacht, besonders Günter Schramme in seiner Rolle als Knecht fand ungeteilten Beifall.

(Rissener Rundschau)

 

Szenen-Fotos

 

 

Thorsten Junge - Günter Schramme

 

 

Lisa Schröder - Hannelore Schramme - Karen Jarck

 

Hannelore Schramme - Peter Sielfeld

 

Hannelore Schramme - Rudi Schröder - Günter Schramme

 

Silke Lorenzen - Hannelore Schramme

 

Lisa Schröder - Rudi Schröder

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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