Wir über uns

 

In't Fröhjohr 1985 hebbt wi speelt:

"Willem sien Willen"

 

Lustig Spill in veer Akten

vun Ina Nicolai

Speelbaas: Annelie Lettermann

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 12. Aprilmaand 1985

Sünnavend, 13. Aprilmaand 1985

Sünnavend, 13. Aprilmaand 1985

Sünndag, 14. Aprilmaand 1985

Maandag, 15. Aprilmaand 1985

Dingsdag, 16. Aprilmaand 1985

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Dr. Jan Vahlefeldt, Dokter:

Karl-Heinz Wedde

Lisa, sien Dochter:

Ursula Rust

Anna Michels:

Lisa Schröder

Willy Huusmann, Buer:

Günter Schramme

Gretchen Helmers, sien Nicht:    

Nicole Duddeck

Jochen Petersen:

Jürgen Wingberg

Hannes Kruse:

Thorsten Junge

Mine Klasen:

Heidemarie Wedde

Meta Klanke:

Bianca Seeburg

Theodor Fennekohl:

Rudi Schröder

und Trempes, ein Hund

 

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Annelie Lettermann

Ehr Hülp:

Ute Klameth

Lüüd an de Siet:

Christel Tewes,

 

Heiner Tewes

Toseggersch:

Inge Schwenn

Prüük un Visaasch:    

Silke Lorenzen,

 

Karin Lorenzen,

 

Ursula Rust

Lüchtmoker:

Thorsten Junge

Bühnbild:

Rudolf Seeburg

Bühnbu:

Ellinor Rother,

 

Jürgen Schönlein,

 

Hans Klameth

 

Lütt beten wat to dat Stück

Dr. Vahlefeldt und seine Tochter Lisa haben es zu Anfang schwer, als sie die Landarztpraxis des verstorbenen Onkel Willem übernehmen. Mit zum Inventar gehört auch Anna Michels, eine resolute, beherzte Seele, die das Ruder fest in der Hand hat. Schon bald wird sie zum Mittelsmann zwischen Dorfbewohnern und dem neuen Doktor. Diesem fällt es schwer, sich an seine Patienten zu gewöhnen, die mit ihren kranken Hunden ebenso zu ihm kommen, wie mit täglich neuen, nicht immer ernst zu nehmenden Wehwehchen. Zu guter letzt soll er auch noch Schicksal spielen, damit Hannes Kruse und Gretchen Helmers, gegen den Willen ihres Onkels, ein Paar werden. Das ist zuviel für einen Schulmediziner! Ebenso unbegreiflich ist es, dass die sonst so sachliche Lisa sich prompt in den ländlichen Casanova Jochen Petersen verliebt, der nach einem Sturz vom Pferd schwer verletzt in die Praxis gebracht wird. Ob sie ihn wohl zähmen kann? Tja, wenn Dr. Vahlefeldt in Wümmersdorf alt werden will, wird er sich gewiss umstellen müssen. Doch sei versichert, dass alles nach "Willem sien Willen" geschieht. dafür wird Anna schon sorgen.

 

De Autorin

In Rom gab es für Ina Nicolai im Jahre 1956 den ersten Kontakt mit der Filmbranche. In der Folge kam es zu ihren ersten schriftstellerischen Arbeiten auf dramatischem Gebiet zu Drehbuchübersetzungen. Seit 1967 lebte Ina Nicolai in München. Auch hier hat sie als Dramaturgin und Übersetzerin für den Film gearbeitet. Und hier begann sie, selbständig für Hörfunk und Fernsehen zu schreiben. Im April 1975 wurde ihr erstes Bühnenstück, das Lustspiel "Unser Problem heißt Mama", vom "Berliner Volkstheater" mit beachtlichem Erfolg uraufgeführt. Mit dem Lustspiel "Willem sien Willen", das sie von Anfang an für das "Ohnsorg-Theater" konzipierte, erlebt die Bühnenautorin Ina Nicolai ihre zweite Uraufführung.

 

Presse

Kritik zu "Willem sien Willen" (VB Rissen)
In diesem Frühjahr spielte die VB Rissen das niederdeutsche Lustspiel "Willem sien Willen" von Ina Nicolai. - Dr. Vahlefeldt und seine Tochter Lisa übernehmen die Arztpraxis ihres verstorbenen Onkels Willem. Es fällt den beiden recht schwer, sich an das ländliche und ihnen unbekannte Leben auf dem Lande zu gewöhnen. Zum Glück gibt's da aber noch Anna, die "gute Seele" des verstorbenen Arztes. Ihr gelingt es am Ende, wie es bei plattdeutschen Stücken meist üblich ist, die anfänglichen Probleme zu beseitigen und auch noch Heiratsvermittler zu spielen.
Unter der Spielleitung von Annelie Lettermann klappte alles "wie am Schnürchen". Die ständig anwesenden Scheinpatienten Meta Klanke (Bianca Seeburg) und Theodor Vennekohl (Rudi Schröder) sorgten für so manchen Lacher. Die Mimik und Gestik der zwei gefiel mir besonders gut, ebenso die natürliche Art der Anna Michels (Lisa Schröder). Wer sehr viel aus seiner kleinen Rolle herausgeholt hat, war der Bauer Willy Huusmann (Günter Schramme), dem man den Landwirt wirklich abnahm. Lisa, die Tochter des Arztes (Ursula Rust) schien mir nicht ganz passend für die Rolle, auf der einen Seite war sie zu alt bzw. war ihr Vater zu jung, auf der anderen Seite wirkte sie zu unnatürlich. Ihr Vater, der Arzt Dr. Vahlefeldt (Karl-Heinz Wedde) machte einen blassen Eindruck, was allerdings an der Rolle lag. Die temperamentvolle Mine Klasen (Heidemarie Wedde) wurde ihrer Rolle als eifersüchtige und sehr modebewußte Person gerecht. - Jochen (Jürgen Wingberg), Hannes (Thorsten Junge) und sein Gretchen (Nicole Duddeck) spielten ihre, für das Stück zwar wichtigen, aber dennoch kleinen Rollen gut. Besonders niedlich fand ich den Hund Trempes.
(Pedi Steffrevell)
 

Anm. der Redaktion: Der Verfasser bzw. die Verfasserin (oder beide) scheinen für die Unterschrift ein Pseudonym oder einen "Künstlernamen" verwendet zu haben, was wir messerscharf aus der Tatsache schließen, daß es im Originaltext z.B. "...gefiel uns ..." oder "...fanden wir..." heißt.


Willem sien Willen
Die VB Rissen spielte das Lustspiel 'Willem sien Willen' von Ina Nicolai. Dieses Stück spielt in einer Landarztpraxis und behandelt alle die Zipperlein und kleinen Probleme, die sich in einem Dorf abspielen. Das Faktotum des Stückes Anna Michels (Lisa Schröder) verstand es, die Fäden in die Hand zu nehmen. Sie wußte immer Rat, wie man den kleinen und großen Wehwehchen ihrer Patienten beikommen konnte, natürlich ganz nach 'Willem sienen Willen'. Dr. Jan Vahlefeldt (Karl Heinz Wedde) und seine Tochter Lisa (Ursula Rust) mußten sich auch erst an diese neue Arbeitsmethode gewöhnen. Daß man sich als Landarzt auch um Hunde kümmern muß, war ihm neu. Ja, sogar eine geplante Verlobung - Geld zu Geld - die der Bauer Willi Huusmann (Günter Schramme) unbedingt will, wird von ihnen eliminiert. Schließlich muß der Liebe nachgeholfen werden, daß die Nichte Gretchen Hellmer den Freund, den sie wirklich liebt, auch bekommt. Daß sich so nebenbei auch die Tochter Lisa verliebt und das ausgerechnet in den Weiberhelden des Dorfes, ist fast alltägliche Kost und man braucht gar nicht zu erwähnen, daß Lisa ihn endlich zähmt. Auch die Witwe Mine Klasen (Heidemarie Wedde), die mit aller Macht versucht den neuen Doktor unter ihre Fittiche zu bekommen, gehört zum Dorfklatsch.
Wie gut, daß es auch noch Kranke gibt, natürlich "Eingebildete Kranke", die an jeder Ecke ein Ziepen und Reißen verspüren und an und für sich nur eine Aufgabe zum Leben brauchen. Diese Thematik des Stückes wurde gekonnt dargestellt und dem Publikum vermittelt. Der korrekte Arzt, der zuerst mit den Gegebenheiten nicht fertig wird, später aber einsieht, daß seine Praxis so doch besser läuft, wenn man auch mal Schicksal spielt. Der Tochter Lisa nahm man allerdings ihre Rolle nicht so ganz ab. Hier fehlte der jugendliche Elan und die natürliche Frische eines Twens. Allein das Wort "Pappi" kam immer wie ein Fremdwort über die Lippen. Mit Günter Schramme kam jedesmal Landluft auf die Bühne. Er verkörperte den Bauern mit Haut und Seele. Man hatte das Gefühl, daß in seinem Windschatten Schweine und Kühe auf die Bühne kommen würden.
Heidemarie führte gekonnt ihre Männerfang-Modenschau vor, so recht nach dem Geschmack der Leute.
Was die beiden Hypochonder (Bianca Seeburg und Rudi Schröder) auf der Bühne zeigten, war allein das Kommen nach Rissen wert. Je länger man denen zusah, je mehr Ziepen hatte man selbst. Ein gelungener Abend, was durch den langanhaltenden Beifall des Publikums gewürdigt wurde.
(Verbandskritiker Joachim Grabbe)

 

VOLKSSPIELBÜHNE RISSEN
Eine Arztpraxis ist keine Hafenkneipe und auch kein Bauernhof, wo urwüchsiges Platt zuhause ist, sondern ein steriler Ort, an dem sich Humor nur selten einschleicht. Daran krankte das ganze Stück: "Willem sien Willen".
So mußte die Autorin zwei ältere Leute in die Szene bringen, die ihren täglichen Klönschnack in eben diesen Raum verlegten und für eine gewisse Auflockerung der steifen Umgebung sorgten.
Hier fehlte der ständige Wechsel von Spannung, Komik und rustikaler Umgebung, das Ungezwungene, das urwüchsig Derbe, das dem Plattdeutschen so eigen ist. Die Arztpraxis konnte das nicht aufkommen lassen.
Wenn dann noch die stocksteife Rolle eines jungen Stadtarztes festgeschrieben war, so war es wohl hauptsächlich das Verdienst der Schauspieler, daß doch noch herzhaft gelacht werden konnte.
Die wohl schwierigste Rolle hatte Lisa Schröder als Sprechstundenhilfe des verstorbenen Landarztes Willem. Ihre Mittlerrolle zwischen dem Stadtmenschen Dr. Jan Vahlefeld und den Dorfbewohnern erforderte viel Einfühlungsvermögen und eine gute Portion Herz. So war es für alle Schauspieler aufgrund der ihnen zugedachten Rollen nicht einfach, das Publikum zu erheitern - aber sie haben es geschafft. Wie seit Jahren bei der VB Rissen üblich, war das Haus wieder bis auf den letzten Platz gefüllt.
Annelie Lettermann als Spielleiterin, vielleicht auch als diejenige, die das Stück zur Frühjahrsaufführung auserwählte, sei gewünscht, daß ihr künftig wieder milieugerechtere und urwüchsigere Stücke zur Verfügung stehen mögen - es würde ihr ihre Aufgabe sehr erleichtern. Man merkte es diesem Stück an, daß es nicht fürs Plattdeutsche geschrieben wurde. Die Autorin Ina Nicolai ist sich dessen auch voll bewußt. Sie schreibt: "Ich hatte den Umfang, die Eigenständigkeit, die Feinheiten dieser Sprache bei der Formulierung meiner Dialoge mit Sicherheit unterschätzt - Platt verstehen und schreiben können, das kann bisweilen sehr weit auseinander liegen. Ich bin deswegen nicht entmutigt oder traurig."
Nun, das wäre auch nicht im Sinne des Schreibers dieser Zeilen - im Gegenteil, er will darauf hinweisen, daß auch noch nicht einmal die "profunde Kenntnis der plattdeutschen Sprache" durch einen Bearbeiter genügt, ein solides plattdeutsches Stück auf die Bühne zu bringen, sondern, daß auch entsprechendes niederdeutsches Milieu aufgebaut werden muß, damit alles nahtlos zueinander paßt.
Ina Nicolai ist mutig. In Karlsruhe geboren, in München zuhause, empfindet sie Norddeutschland, eben aufgrund des urwüchsig-originellen Menschenschlages, als ihre eigentliche Heimat. Nehmen wir sie also auf in unsere Reihen, machen wir ihr Mut zum Schreiben - plattdeutsche Stücke kann es für uns nicht genug geben! Die Feinheiten unserer Heimatsprache allerdings können nur wenige Norddeutsche bühnenreif zu Papier bringen - denn Platt ist nicht gleich Platt: Es gibt sooo viele Varianten (Hadelner, Mecklenburger, Hamburger, Holsteiner etc. pp.) - richtig schreiben kann es deshalb wohl auch keiner!

(Rissener Rundschau)

 

Szenen-Fotos

 

 

Bianca Seeburg - Rudi Schröder - Lisa Schröder

 

Karl-Heinz Wedde - Lisa Schröder - Thorsten Junge

 

Ursula Rust - Karl-Heinz Wedde - Lisa Schröder

 

 

Lisa Schröder - Rudi Schröder - Karl-Heinz Wedde - Ursula Rust

 

Ursula Rust - Lisa Schröder - Heidemarie Wedde

 

Lisa Schröder - Rudi Schröder - Karl-Heinz Wedde - Günter Schramme

 

Ursula Rust - Bianca Seeburg - Rudi Schröder

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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