Wir über uns

 

In'n Harvst 1986 hebbt wi speelt:

"Brand-Stiftung"

 

Nedderdüütsche Kummedie in dree Akten

vun Günther Siegmund

Speelbaas: Heiner Tewes

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 24. Oktobermaand 1986

Sünnavend, 25. Oktobermaand 1986

Sünnavend, 25. Oktobermaand 1986

Sünndag, 26. Oktobermaand 1986

Maandag, 27. Oktobermaand 1986

Dingsdag, 28. Oktobermaand 1986

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Paster Brand:

Rudi Schröder

Meta, sien Huushöllersch:         

Silke Lorenzen

Fru Facklam:

Elfi Bergel

Jan, ehr Söhn:

Jörn Schröder

Fru Dreyer, Hannelsfru:

Herta Mutschink

Lieschen, ehr Dochter:

Karen Wieck

Ahrens, Börgermeister:

Günter Schramme

Tiedke, Börgermeistersch:

Bianca Seeburg

Meinke, Brandinspekter:

Wolfgang Prieß

Mustafa Yilmaz, Asylant:

Metin Devrim

Wachtmeister:

Alfred Bergel

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Heiner Tewes

Sien Hülp:

Christel Tewes

Lüüd an de Siet:

Elke Novitski,

 

Tanja Wybranietz

Requisite:

Hannelore Schramme

Toseggersch:

Lisa Schröder

Prüük un Visaasch:    

Silke Lorenzen,

 

Karin Lorenzen,

 

Ursula Rust

Lüchtmoker:

Karl-August Braker

Bühnbu:

Ellinor Rother,

 

Jürgen Schönlein,

 

Hans Klameth

 

Lütt beten wat to dat Stück

"'Brand-Stiftung' hat eine Pointe wie ein Krimi. Mehr zu sagen, hieße, dem uneingeweihten Betrachter ein gut Teil der Spannung zu nehmen, die ihm den Theaterabend hoffentlich zwei Stunden lang anreichert. Ich bitte also alle Wissenden und diejenigen, die dem Autor schon frühzeitig auf die Schliche kommen - was sie gern dürfen - um Diskretion. Wir erleben die Komödie eines Dorfpastors, das Geschehen in einem kleinen Ort, den es zwar nicht gibt, den es aber überall geben könnte, weil die Menschen sich überall wie Menschen benehmen. Böse meint es niemand, und deswegen geht es in 'Brand-Stiftung' auch immer heiter zu. Dass trotzdem durchaus Ernstgemeintes  in Wort und Tat den Zuschauer möglicherweise zum Nachdenken anregt, dass ihm sogar ein Spiegel vorgehalten wird, nun, das ist der Sinn des Theaters schlechthin, und das unterscheidet eine Komödie von einem Schwank oder Lustspiel. Womit bitte nichts gegen einen Schwank oder ein Lustspiel gesagt werden soll! Alle Stückgattungen haben am Theater ihre Berechtigung und ihre Wirkung. Wenn ich aus meiner eigenen Werkstatt berichten darf, so sind seit 1948 ein Volksstück, ein Kriminalstück, ein Schauspiel, ein Schwank, ein Lustspiel, eine Tragikomödie und zwei Komödien entstanden. Sechs Stücke davon wurden am Ohnsorg-Theater uraufgeführt, eins in Kiel und eins in Braunschweig." (Günther Siegmund)

 

De Autor

Günther Siegmund war Schauspieler und Dramaturg, Autor und Übersetzer und Direktor des Ohnsorg-Theaters in der Zeit von 1970 bis 1979. Erst 54jährig starb Günther Siegmund am 20. Mai 1981 in seinem italienischen Ferienort. Er hatte nach anstrengenden Jahren Erholung gesucht. Die Arbeit für das niederdeutsche Theater war sein Leben. Jahrzehntelang hatte es im Ohnsorg-Theater keine Premiere gegeben, an der Günther Siegmund nicht beteiligt gewesen wäre.

 

Presse

Die RR-Rezension
Die VB Rissen lud ein zur Aufführung der Komödie: "Brand-Stiftung".
Ich war am Dienstag dort, in der Schule am Iserbarg. Der Saal war zu Dreivierteln gefüllt. Lag es am schlechten Wetter oder daran, daß es die letzte Vorstellung in dieser Reihe war? Wir sind in Rissen etwas anderes gewöhnt, denn die Vorstellung war eines Besuches wert. Brandstiftung oder Brand-Stiftung, beides in diesem Stück war gegeben. In einem kleinen norddeutschen Ort setzte ein furchtbares Gewitter zwei Häuser in Brand, das der Witwe Facklam und das des Pastors Brand. Daraus entwickelte sich eine dörfliche Komödie - mit Recht - denn es machte schon nachdenklich, wie unterschiedlich die Hilfsbereitschaft seitens der dortigen Bewohner dargestellt wurde.
Der Pastor wurde überhäuft mit Geldgeschenken (150.000,-DM) und dazu noch Sachspenden, die ein ganzes Lagerhaus füllten. Der Witwe gewährte man lediglich für ihren Einkauf einige Rabattnachlässe und empfahl ihr verschiedene Sonderangebote.
Die Beliebtheit des Pastors muß besonders groß gewesen sein, daß er so mit Geschenken überhäuft wurde. Sogar die Nachbarorte wetteiferten mit der Spendierfreudigkeit des betreffenden Dorfes, und man rechnete sich gegenseitig vor, vieviel Tausender jeder Ort für den Pastor aufgebracht hatte. Kein Zweifel, daß es der Blitz war, weshalb das Haus abbrannte, denn welcher Pastor würde denn schon selbst sein eigenes Haus anzünden. Ganz anders dagegen das Schicksal der armen Witwe, die nur mit guten Worten abgespeist wurde. Das alles ging natürlich an der Wirklichkeit vorbei, wurde bewußt überzogen und geschildert, wie es nicht sein sollte. Oder trauen Sie unserer Geschäftswelt wirklich diese Hartherzigkeit gegenüber der armen Witwe zu? Oder daß ein Pastor sein eigenes Haus anzündet? Es sollte letztlich eine Komödie sein -was es dann auch war.
Interessant der Auftritt von Metin Devrim als Asylant. Mit der Besetzung dieser Rolle durch einen gebürtigen Ausländer wurde die Eingliederung eines ausländischen Mitbürgers in die VB Rissen vollzogen und die Loyalität gegenüber dieser Bevölkerungsgruppe demonstriert.
Die tragende Rolle spielte natürlich der Pastor Brand (Rudi Schröder), an seiner Seite Silke Lorenzen als Haushälterin. Frau Mutschink als Kauffrau Dreyer war mit ihrer neuen Frisur kaum wiederzuerkennen - gut so - und Bürgermeister Ahrens (Günter Schramme) könnte bald die Nachfolge von Egbert Wieck antreten - die Voraussetzungen sind da. Am Schlußabend konnte die VB Rissen noch zwei Jubelpaare vorstellen: Der Präsident der Hamburger Volksspielbühnen überreichte Ehrenurkunden und Blumensträuße an die Aktiven Elfriede und Alfred Bergel sowie an Herrn und Frau Heinrich anläßlich ihrer 25jährigen Mitgliedschaft zur VB Rissen. In Abwesenheit wurde natürlich auch ein Mann der ersten Stunde geehrt - ein Mann der heute nicht mehr auf der Bühne steht, aber allen doch noch recht gut in Erinnerung ist. Oben schon erwähnt: Egbert Wieck.
Die "RR" schließt sich natürlich all diesen Glückwünschen an.

(Rissener Rundschau)

 

Szenen-Fotos

 

 

Elfi Bergel - Rudi Schröder

 

 

Rudi Schröder - Bianca Seeburg

 

Rudi Schröder - Karen Wieck

 

 

Silke Lorenzen - Elfi Bergel

 

 

Silke Lorenzen

 

Rudi Schröder - Metim Devrim

 

Rudi Schröder - Herta Mutschink

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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