Wir über uns

 

In't Fröhjohr 1987 hebbt wi speelt:

"Viola"

 

Nedderdüütsche Kummedie in dree Akten

vun Hans Balzer

Speelbaas: Annelie Lettermann, Rudi Schröder

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 10. Aprilmaand 1987

Sünnavend, 11. Aprilmaand 1987

Sünnavend, 11. Aprilmaand 1987

Sünndag, 12. Aprilmaand 1987

Maandag, 13. Aprilmaand 1987

Dingsdag, 14. Aprilmaand 1987

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Hanno Cornelsen, Hannelsherr:

Rudi Schröder

Froke, sien Dochter:

Stephanie Ganske

Klaus Renken, Söhn vun en Geschäftsfründ:   

Thorsten Junge

Jakob Dröge, bi Cornelsen in Deenst:

Peter Rust

Marleen, sien Fru:

Lisa Schröder

Jeremias Puttfarken, Privatgelehrter:

Jürgen Wingberg

Viola:

Gesine Sielfeld

 

Achter de Kulissen

Speelbasen:

Annelie Lettermann,

 

Rudi Schröder

Lüüd an de Siet:

Ute Junge,

 

Tanja Wybranietz

Toseggersch:

Inge Schwenn

Prüük un Visaasch:

Ursula Rust,

 

Silke Lorenzen,

 

Karin Lorenzen

Kledaasch:

Ohnsorg-Theater Hamburg

Lüchtmoker:

Karl-August Braker

Bühnbu:

Ellinor Rother,

 

Jürgen Schönlein,

 

Buzz Kuhlmann,

 

Hans Klameth

 

Lütt beten wat to dat Stück

Viola tricolor vulgaris ist den Botanikern gut bekannt und heißt schlicht und einfach Feldstiefmütterchen. In zwei Jahrhunderten haben Züchter aus dem ursprünglich "unkrautigen" Veilchengewächs das heutige Gartenstiefmütterchen entwickelt. Das Stiefmütterchen gibt es heute in vielen verschiedenen Farben und mit unglaublich unterschiedlichen Gesichtern. Von solch einem eindrucksvollen Gesicht lässt sich auch der Botaniker Jeremias Puttfarken einfangen, der ein Experiment mit Viola aus Düsterwohld wagt. Solche Versuche hat er schon oft gemacht: die Pflanze aus dem angestammten Boden herausnehmen und in einer anderen Umgebung wieder einpflanzen. Dass Versuche die Eigenschaft haben können, zu überraschenden Ergebnissen zu führen, weiß auch der Theoretiker Puttfarken. Es ist ihm allerdings neu, dass ihm die Ereignisse derart aus der Hand gleiten. Er muss feststellen: "Mit Planten is doch eher ümtogahn as mit Minschen. Noch to, wenn't sone sünd vun't annere Geslecht. In dütt Kapitel bün ick man swack beslahn." Viola ihrerseits ist in diesen Dingen ganz und gar nicht schwach beschlagen. Und es ist das reine Vergnügen, ihr zuzusehen, wie sie ihre Entwicklung nimmt. Anspruchslos an Standort und Boden und selbstbestimmt. Am Ende laufen schließlich die Fäden in ihrer Hand zusammen..

 

Presse

Viola bei der VB-Rissen
Wat hebbt de Rissener sik för Möh geven un Arbeit mookt, ehr Publikum mol wat anners to wiesen as jümmers Kulissen.
Dat sehg meist ut as in'n groten Gaarn orer Park. De Vörhang weer ok al optrocken un so kunn jeedeen kieken, wat dor vör sik güng. De Bühn weer goot mit Bööm un Planten utstaffeert, as sik dat för'n rieken Hannelsmann in de Hansetiet höört hett.
Den Hannelsherrn Hanno Cornelsen speel Rudi Schröder. He dä dat mit en sekere Oort, bi em harrst dat Gefeuhl, dat weer en Koopmann, de wüß, wat he will.
Frooke sien Dochter (Stephanie Ganske), de müß eerst mit de Nääs dor op stött warrn, wat de Leev dat goot mit ehr meen. Se weer so'n beten obsternaatsch un wull de Mannslüdü ok mol de Tään wiesen. As Instand hett de Deern 'n goden Part aflevert.
Klaus Renken (Thorsten Junge), dat weer de Söhn vun en Geschäftsfründ un de wull partu de Frooke as sien Fru. Aver wenn man plietsch is un sien Mäken iefersüchtig moken kann, hett man meist wunnen.
Jacob Dröse un sien Marleen (Peter Rust un Lisa Schröder) weern dat Huushöllersch- Ehepoor. He stünn jo so'n beten ünner de Fuchtel vun sien Wiew un wull desterwegen ok mol an en anner un jünger Frucht naschen, doch se kreeg dat man jümmer spitz un wies em, wo he hen heurt.
Jeremias Puttfarken (Jürgen Wingberg) weer dat Faktotum in de Familje. He harr dat fix mit de Blomen un Planten un sehg vör luder Greuntüüch de Leev nich. Wat weer he doch för en unbedarften Keerl, de rein gornix mit de Wiever anfangen kunn.
Je, un denn weer dor noch Viola (Gesine Sielfeld), en Trampel vun Mäken, aver wat de gelehrig un plietsch weer, dat kunn sik sehn loten. Se wies jem all, wat en Hark is. Dat weer wunnerbor antokieken, wo se mit Gedüür de Mannslüüd dor hen kreeg, wo se se hen hebben wull. To de Överraschung vun all, wörr ut de Muurbloom en Doom, de wüß, wo se sik to benehmen harr. Se lenkt all'ns in de richtige Reeg, un hett to jeedeen dat richtige Woort.

Dat Spill hett den Tokieker veel Freid mookt. Weer scheun antokieken mit de ole Kleedasch. Wo heet dat doch so scheun: "Kleider machen Leute". Dat Stück harr weke Töön un mennigeen kunn sik sülven wedderkennen in en Rull. Mi sülven hett dat Stück beter gefullen as de Opföhrung in't Ohnsorg-Theoter.
Dor kann man sik blot bedanken, so as de velen Lüüd dat daan hebbt, mit veel Beifall.
(Verbandskritiker Joachim Grabbe)

 

Rezension
Ein ganz besonderes Vergnügen
Am 10.4.1987 war es bei der Volksspielbühne Rissen wieder soweit: das Frühjahrsstück hatte Premiere. An diesem Abend war vieles anders als sonst; denn "Viola" ist eben etwas Besonderes.
Zum ersten Mal wurde ein Kostümstück gespielt. Schon die erste Szene versetzte die Zuschauer in die "gute alte Zeit" der Buddenbrooks. Übrigens wurde in den hanseatischen Handelsfamilien Nordeutschlands tatsächlich eher platt als hochdeutsch gesprochen.
Auch das Bühnenbild war etwas Besonderes. Kein aufwendiger Umbau in den Pausen, sondern "nur" die Laube der Cornelsens in üppigen Frühlingsfarben. Frisch und fröhlich bunt wie das Theaterstück selbst.
[...] Allen Darstellern ist es gelungen, diese Komödie witzig und spritzig auf die Bühne zu bringen. Die einzelnen Charaktere wurden liebevoll gestaltet und keineswegs überzeichnet. Es gab viel Szenenapplaus für jeden Mitspieler. Besonders erwähnenswert sind die Interpretationen von Gesine Sielfeld als Viola und Stephanie Ganske als Frooke, Tochter des Hauses Cornelsen. Gesine Sielfeld hat die "alte" und "neue" Viola überzeugend dargestellt. Zunächst in der Rolle der einfachen, etwas einfältigen Magd, die sich dann im Laufe des Stücks zu einer klugen und umsichtigen Frau entwickelt. Stephanie Ganske stand hier zum ersten Mal auf der Bühne und wagte gleich eine so anspruchsvolle Rolle wie die Frooke zu übernehmen. Stephanie hat sich nicht zu viel zugetraut. Das Debüt auf der Niederdeutschen Bühne ist ihr auf Anhieb gelungen.
Schade, daß noch nicht jeder weiß, was die Volksspielbühne Rissen zu leisten vermag. Es ist immer ein kurzweiliges Vergnügen, deren Theateraufführungen zu besuchen.

(R. Schutt, Rissener Rundschau)

 

25-jähriges Bühnen-Jubiläum - Herzlichen Glückwunsch!
Wer kennt ihn nicht in Rissen? Unseren ehemaligen "Dorfsheriff", den theaterspielenden Polizisten.  Von Egbert Wieck ist hier die Rede, dem Erzkomödianten der Volksspielbühne Rissen.
Seit nunmehr 25 Jahren ist er Mitglied in unserem Theaterverein. Blickt man zurück, wird jeder schmunzeln, denn seine erste Rolle war die eines Dorfpolizisten. Damals wurde für die Komödie "Minsch sien mutt de Minsch" der Darsteller für einen urigen Polizeimeister gesucht, der das "Menschsein" vor die Dienstvorschrift stellt. Kurzum, Egbert ließ sich überreden, diese Rolle zu spielen. Ehefrau Hilma, die ja schon einige Jahre länger aktiv "Theater machte", brauchte ihren Egbert an Probenabenden nun nicht mehr allein zu lassen, sie gingen gemeinsam hin.
Wenn seine Zeit es erlaubte, packte E. Wieck auch beim Bühnenbau kräftig mit an, denn helfende Hände wurden und werden stets gebraucht. In fast jedem Stück war Egbert nun zu sehen. Mit seinem urwüchsigen Humor hatte er die Lacher immer auf seiner Seite, ein Kritiker schrieb einmal: "ein Urviech auf der Bühne". Keine leichte Aufgabe für die Spielleitung, denn wie schnell werden durch eine solche Spielerpersönlichkeit andere Darsteller "an die Wand" gespielt. Doch der Erfolg gab ihm immer Recht. Man erinnere sich an E. Wiecks Rolle als Fettwarenhändler Peperknecht in "Vogeljette" im Jahre 1984 oder an die des Vater Kattwinkel in "Dat Herrschaftskind", 1980. In Weihnachtsmärchen brachte er sogar die jüngsten Zuschauer zum Lachen, z.B. als lustiger König, 1984 in "Ein Weihnachtstraum". Von 1967 bis 1982, also 15 Jahre lang, war Egbert Wieck 1. Vorsitzender der Volksspielbühne Rissen. Eine lange Zeit, wenn man bedenkt, wieviel Arbeit so ein Posten mit sich bringt und wieviel Einsatz er von einem fordert. Er war mit Leib und Seele dabei, dafür sei herzlich Dank gesagt. Seit knapp zwei Jahren ist E. Wieck im Ruhestand, und es ist ruhiger um ihn herum geworden. Doch sicher wird er, unser Komödiant, uns alle bei einem seiner Auftritte, bald mal wieder so richtig zum Lachen bringen.

(Gesine Sielfeld, Rissener Rundschau)

 

Szenen-Fotos

 

 

Rudi Schröder - Peter Rust - Jürgen Wingberg

 

Lisa Schröder - Gesine Sielfeld - Stephanie Ganske

 

Rudi Schröder - Gesine Sielfeld - Thorsten Junge

 

 

Lisa Schröder - Thorsten Junge

 

Thorsten Junge - Gesine Sielfeld - Jürgen Wingberg

 

Lisa Schröder - Stephanie Ganske

 

Rudi Schröder - Gesine Sielfeld

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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