Wir über uns

 

In'n Harvst 1995 hebbt wi speelt:

"Lütte, witte Siedenschoh"

 

Kummedie

vun Ingo Sax

Speelbaas: Annelie Lettermann, Dirk Steffens

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 27. Oktobermaand 1995

Sünnavend, 28. Oktobermaand 1995

Sünnavend, 28. Oktobermaand 1995

Sünndag, 29. Oktobermaand 1995

Maandag, 30. Oktobermaand 1995

Dingsdag, 31. Oktobermaand 1995

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Benno Roggenkamo, Buer:

Rudi Schröder

Fiete Roggenkamp, sien Söhn:    

Thorsten Junge

Lisa, Benno sien Huushöllersch:

Herta Mutschink

Trina, Fietes Verloovte:

Anna Richter

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Dirk Steffens,

 

Annelie Lettermann

Lüüd an de Siet:

Helga Mahrenholz,

 

Christine Steffens

Toseggersch:

Karin Selchow

Kledaasch:

Elke Lustig

Prüük un Visaasch:   

Silke Lorenzen,

 

Karin Lorenzen

Lüchtmoker:

Karl-August Braker

Bühnbu:

Ellinor Rother,

 

Jürgen Schönlein,

 

Hans Klameth

 

Lütt beten wat to dat Stück

Bennos Hof ist einer der größeren im Hamburger Umland, die die Jahrhundertwende überstanden haben. Landflucht und Preisverfall hatten das Aus für viele Höfe bedeutet, Handarbeit war die Basis der Landwirtschaft. Die Landwirtschaft hoffte auf einen krieg, der beiden Seiten fette Gewinne bescheren würde. Aber die Zeit stank nach Frieden. Die Lage war trostlos friedlich. Und damit höchst explosiv. Bennos Hof wurde nur vom wirtschaftlichen druck betroffen, was aber bedeutete, dass ständig Personal abwanderte, bis nur noch die Kernfamilie auf dem Hof lebte und arbeitete. Während der Ruhe- und Saatzeit war dies kein Problem, während der Erntezeit jedoch mussten Tagelöhner angeworben werden, also Meih-Apen (Mähaffen), um die Ernte einzubringen. Eine unerwartete, zusätzliche Kraft war immer willkommen, gerade zwischen August und Oktober, insbesondere wenn sie kostenlos arbeiten wollte. Bei klarem Verstand hätte Benno niemals eine junge Frau angenommen, die nur für Kost und Logis arbeiten will, er hätte Unrat gerochen, aber Erntedruck, Personalnot und rote Haare, das hat seinen Blick getrübt. Und diese roten Haare, gepaart mit Fleiß und Ausdauer, ergänzt durch Verstand und Bescheidenheit, das trifft ihn auf dem falschen Fuß. Benno hört noch auf seine erotischen Signale. Das muss natürlich schiefgehen, sonst ergäbe sich ja keine Komik, sondern eine moderne Beziehungskiste, und die darf nur das hochdeutsche Theater spielen. Weibliche List ist also gefragt, Schläue gegen Verliebtheit, die alte Geschichte, älter als die Bibel. Nur... diesmal verliert keiner.

 

Presse

Lütte, witte Siedenschoh

Für wen? Für die Braut natürlich? Und wo war die zu sehen? In der Volksspielbühne Rissen. Und natürlich kriegt die Braut die Schuhe und den Bräutigam dazu. Aber wie sie das anstellt, war schon sehenswert, und nicht nur wegen ihrer feuerroten Locken! Sehenswert nicht nur die Braut (Anna Richter), auch Thorsten Junge spielte den Bräutigam so überzeugend toffelig, dass man nicht recht versteht, warum er es denn partout sein soll - aber wo die Liebe hinfällt...

Bis es so weit ist, werden auf sehr vergnügliche Weise Hindernisse aus dem Weg geräumt: Vadder ist gegen eine aus der Stadt, und so verkauft man ihm die Braut als Deern vom Erbhof aus dem Nachbardorf. Der alte Bullerkopp (Rudi Schröder) verkuckt sich aber so gründlich in die vermeintliche Dienstmagd, dass die Frauen einschreiten müssen. Vor allem die langjährige Haushälterin Lisa (Herta Mutschink) hat da allerhand dagegen - wartet sie doch schon jahrelang und bisher vergeblich auf ihren Hochzeitstermin mit dem Bauern.

Die Frauen schreiten also ein, mit Erfolg, am Ende kriegen sich die richtigen. Bestimmt keine neue Geschichte; sie wird aber so herzerfrischend und gekonnt erzählt, dass zwei Stunden schnell vorbei sind.

Das Bühnenbild mit den Gerätschaften einer Jahrhundertwende-Küche sowie die passenden Kostüme schufen die richtige Atmosphäre. Als Spielleiter sorgten Annelie Lettermann und Dirk Steffens dafür, dass alles stimmte: Da war kein überflüssiger Klamauk, sondern bei aller Komik wurde schon deutlich, dass Landleben kein Zuckerschlecken war (und ist). Und genau das ist auch die Absicht des Autors, Ingo Sax. Seine Stücke werden seit langer Zeit mit Erfolg am Ohnsorg-Theater gespielt und, wie zu sehen war, auch in der Rissener Volksspielbühne.

Davon konnte sich Ingo Sax dann am Premieren-Abend auch selbst überzeugen, und er war sehr zufrieden!

Bei allen Beteiligten vor und hinter der Bühne, die aus Spaß an der Freude ganz unentgeltlich arbeiten, muss man sich für den gelungenen Abend herzlich bedanken.(Gudula Kröger)

 

Lütte, witte Siedenschoh
Eben komme ich aus der Aula Iserbarg, die Hände noch ganz heiß vom rhythmischen Klatschen, da muß ich Ihnen schreiben, "wat för'n Spooß wie hatt hebbt!"
Das war kein Laientheater, kein mühsam eingeübtes Stück. Ein amüsantes Stück Landleben aus der Jahrhundertwende mit vielen versteckten Weisheiten und kleinen Sticheleien wurde uns locker, ganz wie aus dem Leben präsentiert.
Der junge "Vosskopp", die Katharina aus Hamburg, Anna Richter, die wir schon von den Bühnenspatzen her gern haben, hat sich charmant und elegant gegen die Kerls durchgesetzt, umwerfend mit ihrem feuerroten Schöpf.
Thorsten Junge hat den einfältigen Fiete unter der Knute seines Vaters so glaubhaft gespielt, daß, wenn ich ihn nicht anders kennen würde, ich ihm glatt den Groschen schenken möchte zu seiner Mark.
Die Augen von Rudi Schröder als alter Bauer Benno haben bis in die letzte Reihe geglitzert bei Katharinas Anblick, was für'n herrlicher alter Gockel er war, und was hat er sich gewunden, als es an seine Kohle ging.
Herta Mutschink als verschmitzte, patente Haushälterin im Fischbeinkorsett hat sich auch nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und dem alten Benno gehörig eingeheizt. Ihre Mimik war einfach köstlich.
Auch die Bühnenbauer haben wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Eine solch schöne Fachwerkküche mit (zum Leidwesen von Fiete) heißem Ofen, mit Pütt un Pann, Hefeteig, Kaffeepott und altem Bügeleisen, mit Küchenschapp und Ausblick in den Rosengarten hätte wohl mancher Bauer gern gehabt (oder nicht, Heiko B.?).
Die Regisseure, die in der Pause auch beim Ausschank zu beobachten waren, Dirk Steffens und Annelie Lettermann, haben mit Recht mit den Scheinwerfern um die Wette gestrahlt.

Vielen, vielen Dank der Volksspielbühne Rissen für dieses Vergnügen.

(Gudrun Möller, Rissener Rundschau)

 

Szenen-Fotos

 

Rudi Schröder

 

Thorsten Junge - Rudi Schröder

 

Anna Richter

 

Anna Richter - Rudi Schröder

 

Anna Richter - Herta Mutschink

 

Rudi Schröder - Herta Mutschink

 

Thorsten Junge - Anna Richter

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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