Wir über uns

 

In'n Harvst 1999 hebbt wi speelt:

"Arsenik un ole Spitzen"

 

Kriminalkummedie vun Joseph Kesselring

Nedderdüütsch vun Konrad Hansen

S. Fischer Verlag

Speelbaas: Rudi Schröder

 

 

Opföhrensdaag

Freedag, 29. Oktobermaand 1999

Sünnavend, 30. Oktobermaand 1999

Sünnavend, 30. Oktobermaand 1999

Sünndag, 31. Oktobermaand 1999

Maandag, 01. Novembermaand 1999

Dingsdag, 02. Novembermaand 1999

 

Rullen un jüm ehr Spelers

Abelke Brauer

    Süstern:

Herta Mutschink

Martha Brauer

Lisa Schröder

 

 

 

Wilhelm Brauer

 

Thorsten Junge

Jonas Brauer

    Bröder:

Heiner Heintzsch

Martin Brauer

 

Henning Lutz

 

 

 

Paster Harder:

 

Heiner Tewes

Ellen

    sien Dochter:

Ariane Korduan

 

 

 

Brodersen

    Udels:

Andreas Prieß

Klein

Dirk Steffens

 

 

 

Dr. Einstein:

 

Søren Steffens

Göbel:

 

Rolf Gunia

Runkel

    Polizeihauptmann:

Hanns Wieck

Grünspan

    Direkter vun dat Heim "Abendsonne":   

Heiner Tewes

 

Achter de Kulissen

Speelbaas:

Rudi Schröder

Sien Hülp:

Sybille Lettermann

Toseggersch:

Karin Selchow

Lüüd an de Siet:

Christel Tewes,

 

Sybille Lettermann

Kledaasch:

Elke Lustig

Prüük un Visaasch:   

Silke Lorenzen,

 

Karin Lorenzen

Lüchtmokers:

Hanns Wieck,

 

Karl-August Braker,

 

Christian Steuer

Bühnbu:

VBR-Crew

 

Lütt beten wat to dat Stück

En Stück ut'n Dullhuus:
En Geschicht üm twee öllerhaftige Süstern. Se leevt ganz staatsch un propper in Altona in en ole Villa, de se vun ehrn Vadder arft hebbt. So af un an stoht se mit de Moral so'n beten verdwars. Ok de dree Jungs vun ehrn Broder sünd in'n Kopp nich all ganz in'e Reeg...

 

Presse

Arsenik un ole Spitzen
Als "Arsen und Spitzenhäubchen" ist diese hochdeutsche Erfolgskriminalkomödie wohl an keinem Theater- oder auch Kinogänger vorbeigegangen. Cary Grant und Peter Lorre sind von der Filmfassung noch gut in Erinnerung wie im Foyer mehrmals zu hören war, und wer selbst einmal den Jonathan gespielt hat, kann sich eine verplattdeutschte Bühnenfassung dieses Evergreens kaum vorstellen. All meinen Vorurteilen gegen solche Übersetzungen zum Trotz, Konrad Hansen hat mit seiner Übertragung, nein, seiner Nachdichtung, und Rudi SCHRÖDER mit seiner Bearbeitung bei der Inszenierung ein neues Stück geschaffen, bei dem die Atmosphäre, die Sprache und selbst der Zeitgeist stimmt. Die nach Altona in das vom Großvater ererbte Haus verlegte, um 1925 spielende Handlung lief in stilgerechter, mit vielen liebevoll ausgewählten Details angereicherter Dekoration so stimmig ab, dass man sich in Großvaters Zeit versetzt fühlte, und sich nicht gewundert haben würde, wäre Kaiser Willem Zwei leibhaftig erschienen, um seiner ausgezeichneten Karikatur zu erklären, wer der Echte sei.
Wenn der mit seinem "Attacke"-Schrei die Treppe hinaufstürmte, spürte man ihn auch noch die Stufen erklimmen, wo man ihn nicht mehr sah, wohl wissend, dass es dort keine Treppe gibt. Vom zu hoch montierten Wandtelefon der Zeit, in das man, weil über dem Mobiliar fast unerreichbar, nur hineinbrüllen konnte, bis zu den Leuchtern, deren echte Kerzen nach einem längeren Zeitsprung entsprechend weit heruntergebrannt waren; von der nach Holland mitgenommenen Axt bis zur Größe der Fenster-Truhe, in die Dr. Einstein in einem herrlichen Slapstick-Gag hineinfällt, stimmte einfach alles. Die von Elke LUSTIG stilsicher eingesetzten Kostüme und Uniformen zeugten von profundem Wissen über die Kostümkunde der Zeit. Rudi SCHRÖDER hatte den Text von etlichen Längen und einiger Unlogik befreit. Die von ihm einfühlsam mit kräftigen Strichen gezeichneten Charaktere zeigten urwüchsige Situationskomik; er ließ sie ihre Textpointen sehr gut verkaufen. Als die beiden gängige Moralbegriffe missdeutenden Schwestern Abelke und Martha brillierten Hertha MUTSCHINK und Lisa SCHRÖDER in wie für sie geschriebenen Rollen. Da blieb kein Auge trocken, wenn Martha über die Bühne trippelte, wenn ihr aus listigen Schalkäuglein blinzelnd die Freude am nächsten "Werk der Barmherzigkeit" schon aus allen Knopflöchern sprang, und Abelke ihr in naiver Schlitzohrigkeit nichts nachgab.
Ihren Neffen Wilhelm, der sich einbildet, Kaiser Wilhelm zu sein, gab Thorsten JUNGE als liebenswerten, von den Tanten missbrauchten harmlosen Spinner mit genau der Spur Übertreibung, die seine Rolle umwerfend komisch macht, ohne dabei in die Lächerlichkeit abzugleiten. Den anderen spinnerten Neffen Jonas spielte Heiner HEINTZSCH durchaus überzeugend aus, doch hätte ich ihn gern noch etwas bösartiger gehabt. Als dritter Neffe Martin, vernünftig und normal wirkender, aber doch ziemlich skurriler Theaterkritiker, spielte Henning LUTZ in seinen Szenen alle anderen an die Wand. Wie er körpersprachlich und verbal, nur durch ein knurrend hingeworfenes Wort oder eine Geste die Szene beherrschte, wie er mit dem fast unerreichbaren Telefon kämpfte und ohne Übertreibung das Publikum glauben machte, selbst auch vom Erbgut der Familie partizipiert zu haben, wies ihn als einen hervorragenden Darsteller aus. Søren STEFFENS brachte als chinesischer Dr. Einstein mit Zopf und L statt R eine ungewöhnliche, aber sehr interessante Variante der Darstellung, die gleichzeitig seine hochdeutsche Sprache rechtfertigte. Mit starkem Einsatz und ständiger Präsenz fügten sich in unergiebigen, aber wichtigen Nebenrollen als die drei Polizisten Andreas PRIESS, Dirk STEFFENS und Hanns WIECK, und als Göbel Rolf GUNIA homogen in das Ensemble ein. Als Pastorentochter und liebende Heiratskandidatin Ellen überzeugte Ariane KORDUAN, ihren Vater gestaltete Heiner TEWES gekonnt als den seriösen, etwas salbungsvollen Pastor. Dass die ausgezeichnet dargestellte Figur des selbst mit kleinem Tick behafteten Herrn Grünspan, Direktor des Heimes für übergeschnappte Kaiser, ebenfalls Heiner TEWES war, habe selbst ich erst beim Blick in das Programmheft bemerkt. Der Beifall wollte nicht enden, das Publikum war von dieser großartigen fünfzigsten Inszenierung von Rudi SCHRÖDER ebenso begeistert wie Gert Krause.
(Verbandskritiker Gert Krause)

 

Der letzte Vorhang fiel für einen fröhlichen, lebensbejahenden Menschen viel zu früh.
Für unsere langjährige Bühnenmeisterin Ellinor Rother schloss sich der Kreis des Lebens im Mai dieses Jahres.
Dreimal jährlich rauschte sie mit Schwung und Elan an die Fertigung unserer Bühnenbilder. Ihr erster Kommentar bei der Bühnenbildbesprechung war meistens:

"Det jeht nich!"
Aber wenn diese Worte kamen, wussten wir alle, es wird wieder ein liebevoll gestaltetes Bühnenbild entstehen. Ellinor wird uns allen sehr fehlen: Hinter der Bühne, unter der Bühne, neben der Bühne - überall!
Die VB Rissen möchte ihr auf diesem Wege ein herzliches letztes DANKESCHÖN für alles sagen.
Im Namen der VBR / Annelie Lettermann (1. Vorsitzende)

(Rissener Rundschau)

 

Szenen-Fotos

 

Thorsten Junge

 

Herta Mutschink - Lisa Schröder

 

Ariane Korduan - Henning Lutz

 

Heiner Heintzsch - Søren Steffens

 

Herta Mutschink - Lisa Schröder

 

Søren Steffens - Dirk Steffens - Heiner Heintzsch - Henning Lutz

 

Andreas Prieß - Heiner Heintzsch - Dirk Steffens

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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